Hamburg sucht Paten für Senioren

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Martina Kuhn (Mitte) sucht Freiwillige, die sich für Ältere engagieren. Renate Weinberger (l.) und Jürgen Hellwich vom Seniorenbüro Hamburg unterstützen sie dabei Foto: sos

Fachstelle schult Freiwillige für die ehrenamtliche Tätigkeit. Termine im August

Von Sonja Schmidt
Hamburg
Sich stark machen für Senioren mit Behinderung oder Demenz, darum geht es im aktuellen Projekt der Hamburger Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement in Wohn- und Versorgungsformen. Die Fachstelle besteht seit einem Jahr und sucht weiterhin dringend WG-Begleiter, Wohnpaten und Ombudspersonen, die pflege- und hilfsbedürftige Menschen möglichst langfristig in Wohn- oder Pflegeeinrichtungen unterstützen. Viele Bewohner leben allein und haben nur wenig Ansprechpartner. Ihre Lebensqualität leidet unter der Einsamkeit, daher sind Freiwillige nötig, die diesen Menschen mit gemeinsamen Spaziergängen, Gesprächen oder dem Besuch von Veranstaltungen ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Die zukünftigen Ehrenamtlichen sind meist Rentner und Ruheständler, „oder Menschen, die ihre Angehörigen durch Demenzerkrankung verloren haben und nun anderen helfen wollen“, sagt Projektkoordinatorin Martina Kuhn. Auch jüngere Interessierte sind willkommen, sofern sie Zeit und Lust haben zu helfen. „Wir freuen uns auf Menschen, die Freude haben an einer sinnvollen aber auch anspruchsvollen Aufgabe.“ Wohn-Paten zum Beispiel stehen älteren Bewohner zur Seite, die keine Angehörigen in der Nähe haben. Sie begleiten die Bewohner ein paar Stunden pro Woche, vertreten deren Interessen und Rechte. In Kooperation mit der Alzheimer Gesellschaft Hamburg werden alle Ehrenamtlichen ausgiebig in einer 20-stündigen und kostenlosen Basisschulung auf ihre Arbeit vorbereitet und lernen probeweise als Hospitanten eine Einrichtung kennen. Die nächste Schulung startet am 30. August. Im Einsatz werden die Ehrenamtlichen dann von kompetenten Mitarbeitern der Alzheimer Gesellschaft regelmäßig begleitet. Wichtig: Wer sich für ein Ehrenamt interessiert, sollte kontaktfreudig, kommunikativ und zuverlässig sein. „Man muss keine Demenz-Fachkraft sein, aber man benötigt ein Herz für Menschen und muss vorbehaltlos auf andere zugehen können“, betont Kuhn. Wie viel Zeit jeder Einzelne in sein Ehrenamt investiert, ist jedem selbst überlassen. Mindestens zwei Stunden pro Woche aber sollten es sein. Ist erst einmal Vertrauen entstanden, entwickelt sich zwischen den ehrenamtlich Engagierten und Senioren häufig sogar eine Art Freundschaft. Langfristige Wohnpatenschaften führen nicht selten zu positiven Veränderungen, weiß Kuhn zu berichten. „Ein Mann, der anfangs ganz verschlossen war, fing durch die regelmäßigen Besuche wieder an zu sprechen. Das hat unseren Ehrenamtlichen beglückt und motiviert weiterzumachen. Ein Ehrenamt kann also durchaus Freude machen.“

Beratung im Seniorenbüro


Im Seniorenbüro Hamburg können sich alle interessierten Bürger in den kommenden Wochen ausgiebig beraten lassen. Am 18. August werden die besonderen Ehrenämter ab 13 Uhr vorgestellt und erklärt. „Wir müssen leider viel Aufwand betreiben, um überhaupt ein paar Ehrenamtliche zu erreichen“, sagt Kuhn.
Wem die Arbeit mit Senioren nicht zusagt, kann sich bei den Engagementlotsen des Seniorenbüros aber auch über andere Möglichkeiten der Freiwilligenarbeit in Hamburg informieren. Geschöpft wird aus über 300 Angeboten, von der Mitarbeit in Kultureinrichtungen bis zum Ehrenamt im Hamburger Natur- und Umweltschutz.

Weitere Infos: Seniorenbüro Hamburg oder unter Telefon 040 43 29 42 36 oder per Mail: m.kuhn@stattbau-hamburg.de. Die nächste Beratung im Seniorenbüro Hamburg, Brennerstraße 90: 18. August 13 - 16 Uhr, Folgetermine: 25. August, und 1. September zur selben Zeit
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