Hamburg: Unfall-Jockey reitet wieder

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Jockey Bohumil Nedorostek auf „Glad Royal“ am 6. Juli 2013 kurz vor dem dramatischen Zusammenstoß. Das Pferd wurde bei dem Unfall getötet Fotos: Kuchel/wb/Archiv
 

Er hofft auf ein Comeback in Horn. Renn-Club verspricht mehr Sicherheit

Von Silvia Stammer
Hamburg. Der Hamburger Renn-Club zieht Konsequenzen aus dem Unfall beim Galopp-Derby-Meeting 2013, bei dem Jockey Bohumil Nedorostek (41) schwer verletzt und zwei Pferde getötet worden waren.
Es wird beim 145. Derby (28. Juni bis 8. Juli) erneut ein Seejagdrennen geben – jedoch mit neuen Sicherheitsmaßnahmen, wie Rennclub-Präsident Eugen-Andreas Wahler dem Wochenblatt sagte: „Die Hecken sind deutlich gekürzt worden, um die Sicht zu verbessern. Und es wurden organisatorische Vorkehrungen getroffen, um einen Rennabbruch effektiv möglich zu machen.“ Wahler: „Wir wollen und werden nach dem furchtbaren Unfall nicht weitermachen wie bisher.“
Der Unfall am 6. Juli 2013 war für Zuschauer und Organisatoren gleichsam ein Schock: Nachdem mehrere Pferde ihre Reiter abgeworfen hatten, umdrehten und dem Feld entgegengaloppierten, kam es an einem Hindernis zum Zusammenprall. Jockey Nedorostek erlitt schwere Knochenbrüche, die Pferde „Glad Royal“ und „Cool Kid“ starben.

„Supervisor“ am Start?

Nedorostek leidet immer noch, Fuß- und Handgelenk sind nur eingeschränkt beweglich. Der Polizist aus Hannover befindet sich derzeit in der Wiedereinglieferungsphase im Job. Doch er hat schon wieder im Sattel gesessen und sagt: „Wenn möglich, möchte ich im Sommer in Horn mein Comeback geben.“ Ein Pferd hat er schon: „Supervisor“. Erst müssten jedoch Fragen mit seinem Arbeitgeber geklärt werden. Und auch die Schadensersatzforderungen gegen die Versicherung des Renn-Clubs sind noch nicht geklärt. Nedorostek hofft hier weiter auf eine gütliche Einigung.
Unterdessen erteilt Rennclub-Präsident Wahler der Forderung nach mehr Hindernisrennen im Horner Galoppsport eine klare Absage: „Es gibt generell eine rückläufige Tendenz des Hindernissports: wenig Nachfrage seitens der Trainer, Besitzer und Jockeys. Das ist eine andere Situation, als zum Beispiel in England. Solange der deutsche Galoppsport keine wirklichen Lösungen dieser Problematik bieten kann, werden auch wir auf Hindernisrennen verzichten.“

Rennabbruch möglich

Das Seejagdrennen in Horn sei insofern eine Ausnahme, als es deutlich langsamer gelaufen wird als ein normales Hindernisrennen. „Es ist deutlich vorbereitungsintensiver schon allein durch die lange Distanz. Die Erfahrungen der Vorjahre zeigen uns, dass Trainer, Besitzer und Reiter das richtig einschätzen.“
2014 ist das Seejagdrennen für den siebten Renntag angesetzt. Dabei werden laut Renn-Club die Hindernisrichter mit Funkgeräten und Flaggen ausgestattet. Präsident Wahler: „In dem Moment, in dem etwas Außergewöhnliches passiert, kann die Rennleitung, die ja den Gesamtüberblick hat, Rennabbruch über Lautsprecher verkünden und zusätzlich das Flaggensignal der Hindernisrichter für die Reiter initiieren.“ Nach dem Unfall-Drama war kritisiert worden, dass dem Feld nicht rechtzeitig mitgeteilt wurde, dass ihm reiterlose Pferde entgegenrasen. Erstmals werden beim Derby Meeting sieben Renntage angeboten. An den Werktagen der Derbywoche ( 1., 2., 3. und 8. Juli) ist der Eintritt frei, die Preise sonst sind „weitgehend unverändert“.
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