Hamburg: Was lange währt...

Anzeige
Wolfgang Mertens-Nordmann, re., und Dr. Matthias Gillner von der Arbeitsgruppe Kirche in Glinde mit dem Entwurf für den Umbau Fotos: Christa Möller
 
Pfarrer Gerhard Gerding steht in etwa dort, wohin der Altar nach dem Umbau rücken soll

Engel-Kirche in Glinde wird ab Frühjahr 2015 umgebaut

Von Christa Möller
Glinde. Das Gebäude ist weiß, die Fenster sind aus buntem Glas, die Sitzmöbel grün und der Teppich beige: die katholische Kirche „Zu den heiligen Engeln“ an der Möllner Landstraße in Glinde. Erbaut wurde sie 1950 aus Hamburger Trümmersteinen, die Glocken stammen vom Hamburger Glockenfriedhof.
Laut Bauantragsplan von 1949 ist der Kirchenraum des 1950 erbauten Gebäudes für 248 Sitzplätze ausgelegt, 180 für Erwachsene und 68 für Kinder. Doch schon Mitte der 50er Jahre war das Gebäude viel zu klein – jetzt endlich soll sich das ändern.
In den vergangenen über 60 Jahren gab es fünf gescheiterte Versuche, beim Bistum eine Veränderung zu erreichen, auch ein Neubau war im Gespräch, wie Wolfgang Mertens-Nordmann vom Kirchenvorstand weiß. Kleinere Veränderungen gab es allerdings, so wurde 1963 der Holzaltar an der Wand durch den heutigen Altar ersetzt und ein elektrisches Geläut eingebaut. 1966 wurde das Gemeindehaus mit einer Wohnung für die Seelsorgerin eingeweiht, wo 1969 auch ein Kindergarten eingerichtet wurde. 1971 wurde die Kirchengemeinde zur Pfarrei erhoben, heute gehört die Glinder Kirchengemeinde zusammen mit Trittau zur Pfarrei Seeliger Niels Stensen in Reinbek, der insgesamt etwa 8.300 Katholiken angehören. Weitere Zusammenlegungen unter anderem mit Lohbrügge, Geesthacht und Neuallermöhe sollen folgen.
„Daraus folgt, dass die Kirchengemeinde Glinde noch stärkere Bedeutung bekommt“, gibt Pfarrer Gerhard Gerding zu bedenken, der im Herbst 2007 zwecks Kirchenerweiterung die neunköpfige „Arbeitsgruppe Kirche in Glinde“ ins Leben rief, der auch der Immobilienkaufmann Wolfgang Mertens-Nordmann sowie der Theologe und Philosoph Dr. Matthias Gillner, wissenschaftlicher Direktor an der Führungsakademie der Bundeswehr, angehören.
Er weiß: „100 Besucher haben wir immer, die Bänke sind immer voll.“ Wolfgang Mertens-Nordmann beziffert die Kapazitäten auf „formal 150 Sitzplätze und 60 Stehplätze. Aber bei Familiengottesdiensten sind wir hier manchmal 320 Leute.“ Die kommen auch aus Schönningstedt und Neuschönningstedt, Oststeinbek und Barsbüttel. Einige ältere Kirchgänger weichen allerdings aufgrund der oft schlechten Luft lieber in eine andere katholische Kirche aus. Für Allergiker ist der Aufenthalt im Kirchenschiff aufgrund des Teppichbelages auch kein Vergnügen.

Mehr Platz, bessere Luft

Doch jetzt ist Änderung in Sicht, obwohl sich die Planungen besonders aus Kostengründen nicht ganz so einfach gestalteten. Es gab umfangreiche Vorgespräche unter anderem mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat, und befragt wurden auch die Kunst-Kommission, die Lithurgie-Kommission und das Denkmalschutzamt. Schließlich entwarf Architekt Professor Ulrich Hahn aus Aachen eine Variante mit überwiegendem Erhalt des Baubestandes der Kirche, die trotzdem mehr Platz und Freiraum schafft. Die Vorentwurfspläne werden noch ständig weiter modifiziert.

Nicht denkmalgeschützt

Denkmalgeschützt ist die Kirche übrigens nicht. „Aber wir sehen sie als Kleinod, als kostbaren Stein“, betont der Pfarrer. An den Seiten werden Flachdachanbauten die Kirche zukünftig erweitern und dadurch auch umgestalten, dann wird es zwei Mittelgänge geben, aber auch eine Querverbindung. Be- und Entlüftung werden verbessert und auch dem Sicherheitsaspekt wird Rechnung getragen. Die Stufen werden egalisiert, nur der Altar, der in Richtung Innenraum verlegt und durch ein Glasdach hervorgehoben wird, bleibt etwas erhöht. Zusätzliche Sitzplätze werden durch den Umbau übrigens nicht entstehen, nur die Zahl der Stehplätze erhöht sich. Der Teppich wird einem pflegeleichten Kunststeinboden weichen.

Umbau im Frühjahr

Der Baustart ist für das Frühjahr 2015 vorgesehen. Die Kosten für Sanierung und Erweiterung werden etwa 800.000 Euro betragen – ohne neue Kirchenbänke /-stühle. Zur Finanzierung soll der Verkauf eines kircheneigenen Grundstücks in Reinbek mit etwa 450.000 Euro beitragen sowie 120.000 Euro aus Rücklagen der Kirchengemeinde für die Sanierung der kirchlichen Immobilien und 80.000 Euro aus einem Zuschuss der „Bauhilfe“ des Bonifatiuswerkes. 150.000 Euro sollen durch Spenden aufgebracht werden, für 35.000 Euro liegen schon Zusagen vor.
Spendenkonto des Fördervereins bei der Sparkasse Holstein: IBAN: DE 45 213 522 400 179 092 093
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige