Hamburger Naturschützer suchen Nachwuchs

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Geerd Tafelsky (mit bunter Tasche in der Mitte) betreut eine Führung Fotos: wb
 
Während der Gewässernachbarschaftstage sind Anwohner und Nabu gemeinsam aktiv für die Natur

Nabu-Gruppe Öjendorf betreibt Artenschutz in der Großstadt und benötigt neue Mitstreiter

Von Laura Schneekloth
Öjendorf Seit 40 Jahren ist die Öjendorfer Nabu-Gruppe ehrenamtlich aktiv. Sie sorgt im Öjendorfer Park und Umgebung für Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten und übernimmt den Schutz von Gewässern wie dem Jenfelder Bach, der Schleemer und dem Öjendorfer See. Nun brauchen die Naturschützer selbst Unterstützung: Sie suchen dringend Nachwuchs für ihre Aktivitäten - und die sind umfangreich.
Bei sogenannten Gewässernachbarschaftstagen kommen Anwohner und Gruppenmitglieder zusammen, um Abschnitte der Bäche naturnah zurückzubauen. Dadurch sollen sich dort heimische Pflanzen und Tiere ansiedeln können. Zusätzlich verschaffen drei Schautafeln am See und am Friedhof den Besuchern einen Überblick über die biologischen Abläufe. Von Oktober bis Dezember finden alle zwei Wochen Führungen über Zugvögel am Öjendorfer See statt. Hartmut Machau, Geerd Tafelsky und Winfried Schmidt leiten die kostenlosen Touren, die meist etwa dreieinhalb Stunden dauern. Diese werden ganzjährig zu verschiedenen Themen angeboten: Von Januar bis März werden Wintertouren durchgeführt. Im April und Mai finden Führungen unter dem Motto „Was singt denn da?“ statt. An den Schmetterlingstouren kann man im Juni und Juli teilnehmen. Neben diesen Touren bietet die Gruppe vereinzelt Führungen auf der Halbinsel Kaltehofe und an den Klärbecken der Hamburger Wasserwerks an.
Das Nabu-Engagement sei manchemal „viel Arbeit“, sagt Hartmut Machau. Der 63-Jährige ist seit seiner frühen Kindheit naturverbunden. „Mein Berufswunsch als Kind war Förster“, erinnert er sich. Seit seinem Vorruhestand 2008 ist der ehemalige Industriekaufmann festes Mitglied der Gruppe. Auch Geerd Tafelsky (77) ist seit seiner Kindheit ein Naturliebhaber. Mitglied im Nabu ist er schon seit 1954. „Als meine Kinder groß waren und ich 1997 in den Vorruhestand ging, wollte ich den Nabu aktiv unterstützen.“ Der einstige Versicherungskaufmann begann schon 1972 mit Führungen.

Durchschnitt über 50

Doch nun steht die Nabu-Gruppe Öjendorf vor Problemen. Lediglich zehn feste Mitglieder engagieren sich am Öjendorfer Park, der Altersdurchschnitt liegt bei über 50. „Durch die geringe Anzahl an Mitgliedern und in unserem Alter sind wir teilweise nicht in der Lage, die schwere körperliche Arbeit zu verrichten“, bedauert Geerd Tefalsky. Junge Leute finden kaum den Weg zum Nabu. „Manchmal kommen Interessenten. Sie sind dann aber manchmal durch das Alter der Aktiven abgeschreckt. Wenn sich mehrere junge Leute auf einmal engagieren würden, würde uns das sehr weiterhelfen,“ sagt Hartmut Machau.
Eine weitere ungewöhnliche Schwierigkeit im Öjendorfer Park: Laut Nabu-Ortsverband finden dort gelegentlich illegale Drachenflugwettwerbe statt, bei denen die Drachen über 100 Meter in die Luft steigen. Um die anderen Teilnehmer aus dem Rennen zu werfen, wird versucht, die Drachenschnur mit der eigenen Schnur zu durchtrennen. Die Reste dieser Schnüre bleiben in den Bäumen oder im Schilf rund um den See hängen. Dann verfangen sich Tiere darin und verenden. „Der Öjendorfer Park ist nicht nur ein Naturschutzgebiet, sondern auch ein Freizeitpark,“ sagt Hartmut Machau. „Da muss man leider Kompromisse eingehen.“ (wb)

Nabu-Gruppe Öjendorf, horstwinter42@gmx.de oder afelsky.marienthal@freenet.de
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