Hamburgs Backstein soll erhalten bleiben

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Das ehemalige Mathias-Stift in der Hinrichsenstraße ist schützenswert Foto: fbt
Hamburg: Hinrichsenstraße |

Bezirksversammlung Mitte verabschiedet Satzung für Oberborgfelde und sichert typischen Fassadenbau

Von Frank Berno Timm
Borgfelde
Der für Hamburg charakteristische Backstein in der Fassade soll in Oberborgfelde gesichert werden. Die Abgeordneten der Bezirksversammlung Mitte fällten jetzt die notwendigen Entscheidungen für eine entsprechende Satzung. In der letzten Sitzung des Stadtplanungsauschusses der Bezirksversammlung Mitte stand eine Satzung auf der Tagesordnung, die für Oberborgfelde die Erhaltung typischer Backsteinfassaden sicherstellen soll. Das Gebiet, so Architektin Sandra Rershemius, sei eines von dreien, die im Prinzip bereits mit der Wohnungswirtschaft vertraglich vereinbart seien. Neben dem sogenannten Stiftsquartier in Oberborgfelde sind zwei weitere, größere Gebiete in Hamm und Horn vorgesehen.

Gestalten und Erhalten

Die Spezialistin skizzierte in groben Zügen die Entwicklung des Quartiers, das nach Aufhebung der Torsperre und dem Bau der Eisenbahnstrecke nach Lübeck zwischen 1850 und 1870 eine rasante Entwicklung genommen habe. Das Marienkrankenhaus, Schulen, Kirchen, Verbands- und Gemeindeeinrichtungen zählen dazu – Sandra Rershemius nannte auch die St. Ansgar-Schule, das Matthäusstift, das Hiobs-Hospital; sie sprach über die Hinrichsenstraße, das Gertrudstift und andere Gebäude. Die letzten Gebäude seien in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts errichtet worden. Problematisch sei die Wärmedämmung: Dabei entsteht Feuchtigkeit auf der auskühlenden Fassade, die wiederum zu Schmutzfahnen (bei Verputzung) und Algenbildung (auf Klinker) führen kann.
Zweites Thema des „Verfahrens für die Erhaltungs- und Gestaltungsverordnung „Oberes Borgfelde“ ist der Städtebau: Es sei wünschenswert, bei der Verdichtung „in der Textur zu bleiben“, also die gewachsene Zeilenbebauung nicht zu verändern.

Einstimmiger Beschluss

Es gab keine Einwände gegen eine solche Verordnung; allerdings wurde die Frage aufgeworfen, in welcher Weise das Papier mit den Plänen der Genossenschaften, die in der Region aktiv sind, in Einklang gebracht werden kann. Notfalls, hieß es, werde man ein Gebiet aus der Satzung herausnehmen. Schwierig sei, so Michael Osterburg (Grüne), die „Lärmfrage anders zu lösen“, also quer zur Straße stehende Häuserzeilen nicht durch einen quer stehenden Bau zu Lärmschutzzwecken zu ergänzen, um die gewachsene Struktur zu erhalten. „Es wäre schade, wenn die Zeilenbebauung verschwände“, so der Baudezernent Bodo Hafke. Im Prinzip seien die Gebiete für die Erhaltungssatzungen, die auch eine Zurückstellung von Baugesuchen ermöglichen, mit der Wohnungswirtschaft verabredet. Der Beschluss zur Einleitung des Verfahrens fiel einstimmig.
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