Hammer Grünanlage: Parkfreunde wollen mehr

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Die Anwohner Marco Kosbü (l.) und Andreas Fraude wollen, dass der Hammer Park weiter saniert wird Foto: Landeck
 
Wo einst ein schmuckes Café stand, herrscht heute gähnende Leere ohne Sitzmöglichkeiten Foto: Landeck

Was noch geplant ist und was nicht. Die Sanierungspläne im Überblick

Von Johanna Landeck
Hamm
Die Hammer stehen zu ihrem Park. Mehr noch. Anwohner Marco Kosbü bezeichnet die knapp 16 Hektar große Grünanlage gar als „Diamant für den Stadtteil“. Grüne, SPD und CDU wollen die Sanierung des Parks weiter vorantreiben (das Wochenblatt berichtete). Allerdings hat Hamm starke Nebenbuhler. Denn auch der Horner Park und der Elbpark Entenwerder wollen aufgehübscht werden. Für Anwohner Kosbü sind diese Parkanlagen jedoch keine echte Konkurrenz: „Der Hammer Park wurde schon immer gern genutzt. Sobald die Sonne rauskommt, sind hier alle drei Liegeflächen voll besetzt. Der Grilltrend wird umgesetzt und auch Sportbegeisterte freuen sich über die saubere Anlage.“ Allein schon wegen seiner Historie sei es der Hammer Park wert, erhalten zu bleiben, so Kosbü. Rund 450.000 Euro sind bereits in die Sanierung der rund zweihundert Jahre alten Anlage geflossen, unteren anderem in neue Sanitäranlagen. „Es muss aber noch mehr getan werden“, fordert ein zweiter Anwohner, Andreas Fraude. Vor allem der mit einer Graffitimauer begrenzte und zugewucherte hintere Teil des Parks böte „großes Potenzial“. Einst stand dort ein altes Herrenhaus, das später als Restaurant diente und 1943 Bombenangriffen zum Opfer fiel. „Direkt im Park wieder Gastronomie anzubieten, könnte sich lohnen“, glaubt Fraude.

Vorsichtige Prognosen


Aktuell liegt der Prüfantrag über die Fortsetzung der Sanierung laut Kevin Hänel (CDU) beim Management des Öffentlichen Raumes. Mit einem Beschluss über Für und Wider rechne man in den kommenden Wochen. Yannick Regh (SPD) bleibt in seiner Prognose zurückhaltend: „Aus unserer Sicht sind jetzt erst einmal der Horner Park und der Elbpark Entenwerder dran. Nichtsdestotrotz sehen wir beim Hammer Park weiter Handlungsbedarf.“ Er betont, dass die bisherige Sanierung auf die Initiative der SPD zurückzuführen sei. Ein weiterer Punkt, der die Anwohner und leidenschaftlichen Jogger Kosbü und Fraude stört, ist die fehlende Beleuchtung im Hammer Park. Vor allem im Herbst, wenn es früh dunkel wird, verwandle sich die Laufstrecke durch den Park in eine Stolperfalle. Michael Osterburg, Bezirksfraktionsvorsitzender der Grünen, sagt: „Parks bieten Rückzugmöglichkeiten für Tiere, die in der Stadt leben. Dies ist eine grundsätzliche Haltung der Behörde in ganz Hamburg. Zu viel Licht kann hier negativen Auswirkungen auf die gesamte Stadtökologie haben und das Gleichgewicht massiv stören.“ Fazit: Beleuchtet sein wird der Park wohl auch in Zukunft nicht. Ob in Kürze weiter investiert oder die Sanierungspläne hintenan gestellt werden, wird sich zeigen. Fraude und Kosbü plädieren schon heute dafür „die Bemühungen auf gar keinen Fall abbrechen zu lassen.“

Kleinod mit Geschichte:
Im Jahr 1773 kaufte der Hamburger Kaufmann Jacques de Chapeaurouge (1744 – 1805) die Grundstücke um sein Anwesen herum auf, um sich ein angemessenes, parkähnliches Wohnumfeld zu schaffen. 1826 ging der so entstandene Park in den Besitz der Familie Sieveking über. Nicht einmal hundert Jahre später verwandelte Hamburgs Gartenbaudirektor Otto Linne den ursprünglich im englischen Stil angelegten Garten in einen Volkspark. Der Hammer Park sollte damals insbesondere den durch die Industrialisierung gebeutelten Menschen als Naherholungsgebiet dienen.
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