Hammer Park in Hamburg verwahrlost

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Immerhin: Die Graffiti sollen noch in diesem Jahr entfernt werden Foto: Timm
 
Bei schönem Wetter ist der Hammer Park ein beliebtes Ausflugsziel Foto: Timm

Weder Geld noch Personal für notwendige Sanierungsarbeiten vorhanden

Von Frank Berno Timm
Hamm
Der vor langer Zeit gefasste Beschluss des Hammer Regionalausschusses, dass die Sanierung des Hammer Parks fortgesetzt werden muss, bleibt weiter ohne durchgreifende Folgen – es ist kein Geld da. Allerdings wäre der Bezirk nach dem Hamburgischen Denkmalgesetz eigentlich zu einer umfassenden Erhaltung verpflichtet. Jetzt sollen zumindest Graffiti beseitigt werden, wenn sich dafür Geld findet. Der Regionalausschuss und die Bezirksversammlung haben sich seit Anfang Dezember 2015 immer wieder mit dem Park auseinander gesetzt. Doch alle Beschlüsse sind vergeblich. Die Missstände seien dem Bezirksamt bekannt, teilt dieses den Ausschussmitgliedern mit, aber: „Leider stehen derzeit keine Mittel zur Verfügung, um diese beseitigen zu können. Gleichzeitig besteht aufgrund der engen personellen Situation immer weniger Spielraum, um zumindest kleinere Maßnahmen auch in Eigenregie durchführen zu können“. Das Fachamt Management öffentlicher Raum werde aber immerhin versuchen, für die Beseitigung der Graffiti im Park eine Finanzierungsmöglichkeit zu finden, „damit diese relativ kleine Maßnahme noch in diesem Jahr erfolgen kann“. Die Gesichter in der letzten Sitzung des Regionalausschusses waren eher betreten. Kevin Hähnel (CDU) bedauerte, dass eine Antwort so lange dauerte, sie sei „natürlich nicht befriedigend“. André Gonska vom Bezirksamt schlug vor, zu einer folgenden Sitzung jemand aus dem zuständigen Amt einzuladen, der Ausschuss folgte ihm. Die Chancen auf mehr Stellen fand Michael Osterburg (Grüne) gering, man hoffe auf bessere Zeiten. Auf die Frage, wie viel Geld dem Bezirk Mitte für seine Grünanlagen zur Verfügung stehe, sagte Umweltbehörden Sprecher Jan Dube dem Hamburger Wochenblatt, das Bezirksamt bestreite die Pflege des Hammer Parks aus den Rahmenzuweisungen für die Grünpflege insgesamt. Und der Denkmalschutz? Anja Bornhöft aus der Kulturbehörde erinnerte daran, dass Besitzer denkmalgeschützter Objekte zu deren Erhaltung und Schutz vor Schäden und denkmalgerechten Instandsetzung verpflichtet seien, „solange die Kosten dafür einen zumutbaren Rahmen nicht überschreiten“. Öffentlichen Eigentümern dürfe das Denkmalschutzamt allerdings keine Zuschüsse gewähren, fügte Bornhöft hinzu. Nach Informationen von Sorina Weiland aus dem Bezirksamt Mitte zahlt die Umweltbehörde für die Pflege der Grünanlagen jährlich rund 2,65 Millionen Euro. Damit müssten allgemeine Betriebsausgaben, Unterhaltungsmittel für Grünanlagen, Spielplätze, Kleingärten und Parkbäume, Straßenbäume, Denkmale, Bänke und die Reinigung und Pflege der Grünanlage bezahlt werden. In den Hammer Park fließen demnach jährlich zwischen 50.000 und 60.000 Euro, darin seien die Pflege der Beete und Hecken und das Herstellen der Verkehrssicherheit enthalten. Weil Denkmalschutz besteht, existiert ein Pflege- und Entwicklungsplan, in den alle Forderungen des Denkmalschutzes eingeflossen seien. Sorina Weiland verwies außerdem darauf, dass die Mitarbeiter des Betriebshofs am Hammer Park für weit mehr als nur diese Grünanlage zuständig seien. Bei schönem Wetter ist der Park wunderbar bevölkert – Bedarf an kontinuierlicher Pflege ist also durchaus vorhanden. Doch nach wie vor gibt es Plätze und Beete auf dem Gelände, die eher jämmerlich als einladend attraktiv aussehen.
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