Heiner Dreckmann spielt Hamburg-Lieder

Wann? 06.05.2017

Wo? Möllner Landstraße, Möllner Landstraße, Hamburg DE
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Heiner Dreckmanns Gitarrenlaute ist rund einhundert Jahre alt Foto: cm
 
Die Seeburg-Musikbox von 1936 mit den Figuren der Gebrüder Wolff und von Charly Wittong bringt die alten Schellack-Platten zum Klingen Foto: cm
Hamburg: Möllner Landstraße |

Der Volkssänger und Akkordeonspieler Holger Voss gastieren im Kratzmannschen Hof

Von Christa Möller
Havighorst
Volkssänger Heiner Dreckmann, 78, aus Havighorst liebt die Lieder von Richard Germer. Er hat schon als Kind mit Begeisterung gesungen und hörte in den 1950er-Jahren bereits gern das Hafenkonzert, damals noch beim Radiosender NWDR, dem heutigen NDR. Auch sein Vater war sehr musikalisch, spielte Akkordeon, Geige sowie Saxofon und trug gern Texte von Hein Köllisch vor, Gesang lag ihm allerdings weniger. Stattdessen las er Heiner und seinem Bruder gern plattdeutsche Geschichten vor. In Heiner Dreckmanns Leben spielte die Musik erst später eine größere Rolle: Als seine Tochter klassischen Gitarrenunterricht bekam, interessierte auch er sich dafür, scheute jedoch aufgrund mangelnder Notenkenntnisse davor zurück. „Dann schenkte mir meine Tochter ein Buch „Gitarre lernen ohne Noten“ und gab mir ihre Gitarre, als sie eine neue bekam.“

Hamburger Waldzither

So begann ein Hobby, das zur Berufung wurde – obwohl Heiner Dreckmann beruflich andere Wege gegangen war. Zunächst machte er eine Ausbildung zum Dreher und arbeitete in diesem Beruf bei den Bergedorfer Hauni-Werken, dann ergab sich die Gelegenheit, umzusatteln und er wurde Zollbeamter. 1987 trat er dem Polizeichor Hamburg bei, dem er 22 Jahre treu blieb. Seither hat der Bariton zahlreiche Solo-Auftritte in ganz Norddeutschland absolviert. Der Sänger trägt zur Freude vieler Fans die alten Hamburger Lieder, deren Texte und Noten er sammelt, auf hoch- und plattdeutsch vor und begleitet sich dabei selbst auf einem seiner Musikinstrumente. Mittlerweile besitzt er drei Gitarren und drei Gitarrenlauten – die älteste ist rund einhundert Jahre alt – eine Gitarren-Ukulele und eine Hamburger Waldzither.

Beim NDR-Hafenkonzert

Er kam in Kontakt mit Norbert Noritz, der in Eimsbüttel einen Laden für Schellackplatten hatte, die Dreckmann sammelt und gern auf seiner „Seeburg“, einer Musikbox von 1936, spielt. „Bei Norbert Noritz habe ich erst die Hamburg-Lieder der Gebrüder Wolff kennengelernt“, sagt Dreckmann. Figuren der beiden zieren seine alte Musikbox. Zum fünfjährigen Bestehen des Geschäfts sang Heiner Dreckmann ein paar Lieder und stellte fest: „Das kam gut an. Es folgte der Auftritt in einem Weinkeller am Großneumarkt, wo er mit Liedern des Hamburger Volkssängers Hein Köllisch und von Charly Wittong gastierte, auf Kleinkunstbühnen und bei Schwenders am Großneumarkt sowie im NDR-Hafenkonzert, wo er vor 17 Jahren zum 70-jährigen Bestehen unter anderem mit Nana Gualdi gastierte.

„Ich singe gern in Altenheimen“

Dreckmann lernte Künstler wie Jochen Wiegandt und Gerd Spiekermann kennen, gastierte im Kabarett „Die Wendeltreppe“ und im Museum „Fischerhaus“ in Blankenese. Außerdem war er mit dem Polizeichor beim Hansetag im schwedischen Visby mit einem Soloauftritt zu Gast. Ehrenamtlich ist er regelmäßig mit Akkordeonspieler Holger Voss im Rahmen von Chorkonzerten mit dem Männergesangverein Steinbek-Havighorst, dessen Mitglied er seit rund neun Jahren ist, im Köster-Stift in Barmbek zu hören. „Ich singe gern in Altenheimen“, sagt der 78-Jährige. „Das macht Freude, wenn dort Leute sitzen, die schon fast dement sind und die wieder aufwachen und einstimmen, wenn ich meine Lieder singe.“ Vor jedem Auftritt probt der Sänger seine Lieder, die er alle auswendig vorträgt. Rund einhundert Texte nebst Noten hat er für seine Solo-Auftritte im Repertoire, darunter auch Eigenkompositionen wie „Mit ’n Fährschipp na Finkwarder“. Das Lied ist der eindeutige Hit im Rahmen seiner monatlichen ehrenamtlichen Auftritte bei den Plattdeutsch-Nachmittagen für Senioren im Kulturladen in Hamm. Lampenfieber hat Heiner Dreckmann übrigens immer noch, „ohne geht es nicht, dann ist die Spannung weg.“

Konzert: Am Sonnabend, 6. Mai, tritt Heiner Dreckmann mit Holger Voss, Akkordeon, im Rahmen eines Chorkonzertes der Männergesangvereine Steinbek-Havighorst und Heiner Dreckmann im Kratzmannschen Hof, Möllner Landstraße 22, in Oststeinbek auf. Beginn: 19 Uhr
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