Hilfe für Asylbewerber in Hamburg

Anzeige
Pastorin Dietlind Jochims befasst sich derzeit mit der Planung eines Grillfestes im Frühjahr Foto: Sichting
 
Die ehemalige Schule im Oststeinbeker Weg dient übergangsweise als Auffangeinrichtung für 60 Asylbewerber Fotos: Sichting

Dietlind Jochims ruft Runden Tisch Billstedt ins Leben

Von Mathias Sichting
Hamburg. In die ehemalige Schule am Oststeinbeker Weg sind im Dezember 2013 etwa 60 Asylbewerber eingezogen. Die Hilfesuchenden kommen überwiegend aus Syrien, Afghanistan, Mazedonien, Tschetschenien und Serbien. Eine Übergangslösung. Gegen den Einzug gab es dennoch massive Proteste aus der Nachbarschaft. Der Runde Tisch Billstedt ist eine Reaktion auf eine Bürgerinitiative, die eine Unterbringung von weiteren Flüchtlingen im Stadtteil ablehnt.

Ein Zeichen gegen die Proteste setzen

„Nachdem bekannt wurde, dass diese Unterkunft eingerichtet wird, gab es relativ erheblichen Widerstand aus der Nachbarschaft. Die Anwohner hatten wenig Vertrauen in die Zusagen der Stadt, dass auf dem Schulgelände neue Häuser gebaute werden und die Unterkunft nur übergangsweise eingerichtet wird“, sagt Dietlind Jochims, Pastorin und Initiatoren des Runden Tisches Billstedt. „Wir haben uns gedacht, dass wir diesem Tenor etwas entgegensetzen möchten.“

Regelmäßige Monatstreffen

Im April 2013 gab es eine erste Diskussionsrunde in der Jubilatekirche. „Da fanden sich zahlreiche Billstedter zusammen, die gesagt haben, wir wollen etwas machen und mitreden. Wir hatten geschlossen großes Interesse daran, die Asylbewerber zu unterstützen. Als dann klar war, wann es losgeht, haben wir im September bei einer weiteren Zusammenkunft den Arbeitstitel Runder Tisch Billstedt ins Leben gerufen.“ Seit dem gibt es einmal im Monat ein regelmäßiges Treffen. Unterschiedliche Privatpersonen, Vereine, Stadtteilinitiativen und politische Parteien engagieren sich. „Mit dem Einzug der Bewohner im Dezember 2013 haben wir auch ein regelmäßiges Treffen in der Einrichtung im Oststeinbecker Weg initiiert. Jeden Mittwoch treffen wir uns dort zwischen 14 und 16 Uhr zu einem offenen Kaffeetrinken“, so die Pastorin.

Grillfest mit Nachbarn in Planung

Am 26. Februar findet um 19 Uhr der nächste planmäßige „Runde Tisch“ statt. „Teilweise sitzen wir mit bis zu 35 Leuten während des offenen Monatstreffs im Saal der Jubilatekirche zusammen. Bei unserem Treffen am 26. Februar möchten wir konkret ein öffentliches Frühjahrsgrillfest planen. Dieses ist ganz ausdrücklich auch für die am Anfang skeptischen Nachbarn gedacht. Wir wollen dieses Fest gemeinsam feiern, damit man sich vor Ort begegnen kann. So können noch bestehende Vorurteile abgebaut werden“, blickt die Pastorin voraus. „Inzwischen kennen wir die Menschen in der Unterkunft auch besser und wissen, welche Hilfeleistungen gebraucht werden. Sehr groß ist die Nachfrage nach Sprachkursen. Wo können wir Deutsch lernen? Oftmals besteht unsere Hilfe aber auch einfach aus einer Begleitung zu Ärzten und Behörden. Sprach- und Kommunikationsschwierigkeiten können so umgangen werden. Wir zeigen den Bewohnern außerdem, was hier wo im Stadtteil angesiedelt und zu finden ist. Auch das kann sehr praktisch und zeitersparend für die Neu-Billstedter sein“, blickt Dietlind Jochims zurück.
Der Runde Tisch bildet die soziale Landschaft in Billstedt ab. Es sollte in einer weltoffen eingestellten Gesellschaft keine Berührungsängste und Vorurteile geben. „Wir suchen ständig neue Unterstützer und Muttersprachler. Wer Interesse hat, kann uns jederzeit kontaktieren oder einfach zum nächsten Treffen kommen“, lädt Jochims ein. Weitere Informationen zum Runden Tisch in Billstedt gibt es per Mail an info@runder-tisch-billstedt.de. (ms)
Anzeige
Anzeige
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige