Horn-Geschichten gesucht

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Zwei der drei Theaterschaffenden aus Horn: Jan Holtappels (links) und Lars Ceglecki Foto: mdt

„Theater Das Zimmer“ plant besondere Stadtteilrundgänge

Von Marco Dittmer
Horn
Es kann die erste große Liebe sein, die Leidenschaft für ein Hobby oder ein spannender Kriminal-Fall, „ganz egal was, Hauptsache Menschen aus Horn erzählen die Geschichten“, sagt Jan Holtappels vom „Theater das Zimmer“ in der Washingtonallee. Zusammen mit seinen Theaterkollegen Lars und Sandra Ceglecki sammelt er in den kommenden Wochen Geschichten für einen einzigartigen Stadtteilrundgang in Horn.

Geschichten aus Horn


Das Besondere: Bei „Horn to go“ hören Teilnehmer keine monotone Computerstimme Jahreszahlen herunterrattern oder einem Stadtführer unpersönliche Anekdoten erzählen. Menschen aus dem Stadtteil erzählen ihre Geschichte, Gänsehaut-Erlebnisse inklusive. „Wir wollen zeigen, wie interessant der Stadtteil ist. Geschichten gibt es hinter jeder Ecke“, so Holtappels. Eine könnte die Geschichte von Horns „Johanna von Orleans“ sein. Sie hieß Anna Lühring und verkleidete sich 1814 als Mann, um gegen Napoleon zu kämpfen. Nach dem Krieg zog sie nach Horn, wo sie 1866 starb. Auf ihrem Grabstein auf dem evangelischen Friedhof in Hamm wird noch heute an ihren Mut erinnert. Der Stadtteilrundgang soll Ende August erstmals starten und insgesamt sechs Mal stattfinden. An jedem Termin werden drei bis vier Gruppen von jeweils sechs Teilnehmern durch Horn ziehen. Was auf den Rundgängen passiert, bleibt bis zuletzt geheim. Grenzen gibt es jedenfalls keine. Die Gruppe könnte auf einer Parkbank auf einen Mann treffen, der plötzlich aus seiner Zeit im Krieg erzählt. Danach geht es in den dritten Stock eines typischen Horner Rotklinkerhauses zu einer 75-Jährigen Witwe, die sich an ihre große Liebe erinnert, dann noch schnell durch den U-Bahnhof Horner Rennbahn, zum… Orchester? Hier? „Alles ist vorstellbar, es hängt nur von den Geschichten ab, die uns Horner erzählen möchten“, so Holtappels. Die können per Mail oder Telefon an das Theater geschickt werden.

Acht Premieren


Wichtig ist den drei Schauspielern erst einmal der Kontakt. „Wie und wo man die Geschichte dann erzählt, werden wir gemeinsam besprechen“, sagt der 28-Jährige. Mit dem Stadtteilrundgängen wollen die drei im Stadtteil präsenter werden. „Wir arbeiten schon länger mit der Geschichtswerkstatt und dem Bürgerverein zusammen“, sagt der Theaterbesitzer. Das Schauspiel-Trio übernahm vor einem Jahr das Theater an der Washingtonallee und eröffnete das „Theater das Zimmer.“ In der nun auslaufenden Spielzeit brachten die Schauspieler bereits acht Premieren auf die Bühne, „Jeux de Scene“ wird am 3. Juli erstmals aufgeführt.

Geschichten an kontakt@theater-das-zimmer.de oder unter 040/65991168
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