Horn verliert seine Schatzkiste

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Müssen sich trennen: Schatzkisten-Chef Hubert Schweikert und Kleiderpuppe Foto: Jenssen

Das Ladensterben an der Horner Landstraße geht weiter. Ende März muss Trödelladen schließen

Von Martin Jenssen
Horn
Das Ladensterben an der Horner Landstraße geht weiter. Der Buchladen musste mangels Nachfrage schließen. Das Geschäft ist verschwunden, wurde zu einer Wohnung umgebaut. Eine Wäscherei und ein Friseursalon sind verzogen. Der große Laden für gebrauchte Waschmaschinen und Kühlschränke wurde umgebaut zu einer Kreativwerkstatt. Die großen Geschäftsflächen an der Kreuzung Bauerberg/Horner Landstraße (ehemals Haspa) stehen seit 21 Monaten leer.

Wie die Hafenbar für den Kiez


Ende dieses Monats verliert das Horner Geschäftsviertel auch noch ihre „Schatzkiste“ - einen riesigen Trödelladen, in dem jeder Besucher automatisch zum Schatzsucher wird. Auf 350 Quadratmetern Ladenfläche können die Besucher des Geschäfts an der Horner Landstraße 202 nach hervorragend erhaltenen Antiquitäten und Gebrauchtwaren jeder Art stöbern.
In dem Geschäft lagern zigtausend Gegenstände, die Inhaber Hubert Schweikert und seine Mitarbeiter bei Haushaltsauflösungen im gesamten Raum Hamburg fanden und für die „Schatzkiste“ erwarben.
Für Hamburgs Osten war die „Schatzkiste“ eine Attraktion – wie ehemals Harrys Hafenbasar für den Kiez. Während der Hafenbasar in der Hafen City weiterlebt, wird es für die „Schatzkiste“ wohl keine Zukunft geben. „Wir haben leider zu wenig Laufkundschaft in Horn. Mit den wenigen Umsätzen können wir die hohe Miete für das große Geschäft nicht erwirtschaften“, erklärt Hubert Schweikert. „Eine Belebung dieses kleinen Geschäftsviertels in Horn hat leider nicht stattgefunden. Die Bemühungen, Geschäftsleute und Vermieter an einen runden Tisch zu bringen, um neue Ideen umzusetzen, sind im Sande verlaufen!“
Hubert Schweikert, inzwischen 67 Jahre alt, überlegt, ob er sich ganz zur Ruhe setzt, oder ob er zumindest die Haushaltsauflösungen weiter betreibt. Für die noch brauchbaren Gegenstände, die dabei gefunden werden, würde er dann ein Lager anmieten. Sein Freund in Berlin, der dort auf Flohmärkten den Hamburger Trödel veräußert, würde sich über diesen Entschluss freuen. Schon jetzt wandert viel Trödel aus der „Schatzkiste“ zum Verkauf auf die Flohmärkte der Bundeshauptstadt.
Bis Ende März können die Hamburger noch auf kleinen Pfaden durch das Trödel-Kaufhaus an der Horner Landstraße 202 (ehemals Schlecker) ziehen und nach Schätzen suchen. Für jeden Nostalgie-Liebhaber ist mit Sicherheit etwas dabei: Lampen, Schränke, Betten, Stühle, Spiegel, Bilder, Bücher, Kleider, Pelzmäntel, Postkarten, Puppen, Hüte und Wanderstöcke, Gläser und Geschirr, alles kann man dort finden und günstig erwerben.

Das Geschäft ist bis zum 30. März werktags von 12 bis 19 Uhr und sonnabend von
12 bis 15 Uhr geöffnet.
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