Horner Geest: Anwohner planen Park

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Pastorin Birgit Feilcke (l.) und Barbara Büchler von der Beratungsstelle Momo haben jede Menge kreativer Ideen mitgebracht Foto: Grell
 
Malen, schreiben, erzählen – bei den Info.Veranstaltungen ist alles erlaubt und Mitmachen gefragt Foto: Grell

Von Pool bis Ponyreiten – Ideen für Hamburgs längsten Grünzug

Von Karen Grell
Horn
Einmal quer durch Hamburgs Osten soll ein neun Kilometer langer Grünzug mit dem Namen „Horner Geest“, entstehen. Die Bewohner der fünf betroffenen Stadtteile werden in die Planung kräftig einbezogen. Wer Hamburgs Bürger auffordert, bei einem Projekt in der eigenen Stadt mit zu planen, der müsste eigentlich mit einer großen Resonanz rechnen, dass die Anwohner aber mit so kreativen Ideen loslegen würden, damit hatte niemand gerechnet. Parkplätze, die zu Spielplätzen umgestaltet werden sollen, Ponyreiten mitten in der Stadt, Hochsitze in Bäumen und Badewannen als kleine Swimmingpools – die Fantasie der Anwohner sprudelt über bei der Vorstellung, hier eigene Erholungsflächen direkt vor der Haustür mit gestalten zu können. Von der Innenstadt bis nach Öjendorf wird die grüne Achse laufen und den Menschen mehr Möglichkeiten zum Entspannen geben. Am vergangenen Wochenende war die Firma Urbanista, die für die Planungen und Umsetzungen der Bürgerbeteiligung zuständig ist, in Horn, gleich neben dem Kulturzentrum Horner Freiheit unterwegs, um die Ideen der Bewohner aus diesem Quartier mitzunehmen. Pastorin Birgit Feilcke und Barbara Büchler von der Beratungsstelle Momo hatten jede Menge toller Ideen parat. Direkt vor dem Café neben der Horner Freiheit wünschen sich die beiden ein Support-Haus für verschiedene Projekte. Urban Gardening, ein Bewegungs-Parcours für verschiedene Generationen, die hier gemeinsam Spaß haben sollen und vielleicht sogar ein paar Tiere für die Kinder wäre ein Traum, den die beiden gern verwirklichst sehen würden. „Wir wünschen uns, dass jung und alt gemeinsam Federball spielen, sich Kinder um Schafe kümmern und Anwohner Gemüse aussäen“, sagt Birgit Feilcke, deren Kreativität gar nicht zu bremsen ist. Wo jetzt noch ein Parkplatz ist, könnte ihrer Meinung nach richtig viel Leben entstehen.
Stadt und Bund fördern das Projekt „Längster Park der Stadt“ mit insgesamt fünf Millionen Euro und hat die erste Million für die Planung und Umsetzung der Bürger-Beteiligung vorgesehen. Die Projektideen können auch online eingereicht werden, eine Jury entscheidet am Ende, welche der Einfälle aus der Bevölkerung umgesetzt werden können. Die Idee der Maßnahme „Horner Geest“ basiert auch auf der zunehmenden Verdichtung durch neue Bebauungen in den Quartieren, bei deren Entwicklung die Natur nicht zu kurz kommen soll. Die Stadt brauche intelligente Planungen für Parks und Grünflächen, meint auch Umweltsenator Jens Kerstan. Bis Ende 2019 sollen in St. Georg, Borgfelde, Hamm, Horn und Billstedt erste sichtbare Projekte umgesetzt worden sein mit durchgängigen Rad- und Fußwegen, Bäumen, Wiesen, Spielplätzen und Platz für Aktivitäten unter freiem Himmel. Aus den eingereichten Ideen werden zunächst die Top 25 ausgewählt und dann gemeinsam mit Fachleuten in verschiedenen Werkstätten so weiterentwickelt, dass sie umsetzbar werden. Schon bis zum Jahresende soll dieser erste Schritt abgeschlossen sein und anschließend die Sieger-Projekte gekürt werden.

Weitere Infos: deinegeest.hamburg, nächste Veranstaltung: 19. August im Billstedt Center (bis zum 21. August)
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