Horner Schulen vor Veränderung

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Die STS Horn wird ab 2021 nicht mehr im Rhiemsweg zu Hause sein. Wer das Gebäude dann nutzt, ist bislang offen Foto: Timm
Hamburg: Rhiemsweg 6 |

STS am Rhiemsweg soll 2021 aufgegeben werden – wer zieht dort ein?

Von Frank Berno Timm
Horn/Hamm
Die Stadtteilschule (STS) in Horn soll ihren Standort am Rhiemsweg aufgeben. Die Schüler werden in Zukunft mit an den Horner Weg gehen, wo die STS weitere Räume betreibt. Gab es zunächst geharnischte Proteste, sagt STS-Direktor Thorsten Nehls jetzt, man habe eine vernünftige Lösung gefunden. Von den Veränderungen sind auch weitere Schulen betroffen. Das Papier hat vier Seiten, unterschrieben vom Schülerrat, der Elternvertretung und der STS-Lehrerkonferenz. Dazu gibt es noch einmal einen Flyer. Es geht um die von der Schulbehörde beabsichtigte Aufgabe des Schulbaus am Horner Rhiemsweg zum Schuljahr 2020/21. Die Autoren des Papiers führen eine sehr lange Liste von Verlusten auf, die die Aufgabe des Rhiemswegs mit sich bringen würde – darunter sämtliche Räume einer integrativen Tagesgruppe und eines Projekts für Schulverweigerer; außerdem ein sozialpädagogisches Zentrum, eine Bücherstube und einen „allseits beliebten Pausenkeller“.

Protest verstummt

Man verlange, dass die Pläne überarbeitet würden. Offensichtlich ist das inzwischen passiert. Thorsten Nehls, Chef der Stadtteilschule, sagt, man könne nun „sorglos in die Zukunft sehen“, der Protest habe sich erledigt. Ein ursprünglich zum Abriss vorgesehener Verwaltungsbau am Horner Weg bleibe nun stehen und werde saniert, die hier existierenden Flächen schafften weitere Möglichkeiten. Nehls' Angaben zufolge wird sich der Platz pro Schüler verringern. Ein offensichtlich existierendes Musterflächenprogramm sieht 13 Quadratmeter Unterrichtsraum plus 16 Quadratmeter Schulhof je Schüler vor. Für Nehls steht nun fest, dass es keinen Widerstand gegen die Aufgabe des Rhiemswegs geben werde, die Schüler sähen das genauso. Das Schulgebäude am Rhiemsweg stammt vom Hamburger „Urvater“ der Architektur, dem früheren Oberbaudirektor Fritz Schumacher. Das habe auch Nachteile, sagt Thorsten Nehls, die „pädagogischen Prinzipien haben sich verändert“. Alles in allem lobt er die Verhandlungsbereitschaft mit der Schulverwaltung, es sei „wichtig, dass wir auf einem guten Weg sind“. Mit einiger Verzögerung äußerte sich auch die Schulbehörde: „Schulbehörde und Schule sind in einem sehr konstruktiven Gesprächsprozess. Wir gehen davon aus, dass wir gemeinsam Lösungen finden werden“, so Sprecher Peter Albrecht.

Auch Wichernschule muss umziehen

Verena Schröter, Leiterin der Wichernschule, die sich ebenfalls am Horner Weg befindet, hat auch Umzugspläne. Zum 31. Juli hat die Pädagogin eine Kündigung für acht Klassenräume bekommen, die sie gegenüber in der Stadtteilschule gemietet hatte. In einem sehr mühsamen Prozess, an dem neben der Schulbehörde auch das Bezirksamt Mitte beteiligt gewesen sei, habe man jetzt eine gute Lösung gefunden, sagt die Schulleiterin. Für fünf Jahre werden in Containern sechs Klassenräume auf dem Gelände des Rauhen Hauses aufgestellt. Weil der vorgesehene Platz eigentlich ein Grünzug ist, ging das nur mit Ausnahmegenehmigung. „Wenn wir Glück haben“, sagt die Direktorin, „bekommt die Wichernschule eventuell ein Grundstück von der Stadt Hamburg, auf dem dann eine Dauerlösung entstehen kann.“ Michael Osterburg, Fraktionschef der Grünen in der Bezirksversammlung Mitte, macht gegenüber dem Hamburger Wochenblatt deutlich, dass noch nicht wirklich entschieden sei, was passiere. Der Wechsel soll erst 2021 über die Bühne gehen – infrage käme am Rhiemsweg sowohl eine Nutzung durch das Regionale Bildungs- und Beratunsgszentrum vom Pröbenweg als auch durch das Rauhe Haus. Entscheidungen, sagt Osterburg, seien noch nicht gefallen , die internen Diskussionen gingen weiter.
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