Hornköppe gehen ins Exil

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Die Hornköppe sind eine bunte Truppe, auch Kinder sind mit dabei Foto: Hornköppe

Theaterstück zum Thema Flucht am 29. Juni in der Dreifaltigkeitskirche

Borgfelde Die neue Produktion der Hornköppe ist in mehrerer Hinsicht ungewöhnlich, auch wenn eigentlich alles beim Alten bleibt. Hatten sich die Hornköppe bisher mit den Problemen von Obdachlosen beschäftigt, so greifen sie jetzt die Erlebnisse und Erfahrungen von Flüchtlingen auf - und haben damit erneut die Existenzängste und die Sorgen der Schwächsten der Gesellschaft im Blick.
Zu ihnen gehören auch die Kinder und so stehen diesmal neben den Hornköppen auch Kinder auf der Bühne. Da die Theaterproduktionen immer auch eine besondere Authentizität aufweisen, sind als drittes erwachsene Flüchtlinge mit dabei. Die Geschichten die alle erzählen, sind die Geschichten von Flucht und Vertreibung. Die Zuschauer erleben dieses Mal bei dem Stück „Die Hornköppe gehen ins Exil“ zwei Fluchtbewegungen aus den letzten 200 Jahren und die, die sich heute in Deutschland entwickelt. Und dabei fallen erstaunliche Parallelen auf. So wie früher Menschen Deutschland auf Grund der politischen Situation verließen, kommen heute Menschen aus genau diesem Grund ins Land. So wie Menschen damals flüchteten, weil sie nichts zu essen hatten, so fliehen Menschen heute ebenfalls aus Hunger nach Hamburg. Weil der Krieg das Leben bedrohte, wollte man damals Deutschland verlassen, so wie viele Kriegsflüchtlinge auch jetzt wieder ihre Heimat verlassen, weil sie keine Perspektive mehr für ein friedliches Leben dort sehen.
Die Hornköppe in ihrer neuen Besetzung geben allen Flüchtlingen eine Stimme.
Die Idee, mit Wohnungslosen Theater zu spielen entstand schon 2009. Die Gründungsmitglieder der Gruppe trafen sich damals im Hornkamp. Daraus entstanden die „Hornköppe“. Unter der Regie von Sven J. Olsson und der Produktionsleitung von Thurid Simona Schwerdtfeger führte die Gruppe schon ein Jahr später „Die Bremer Stadtmusikanten“ und in 2011 „Ganz unten“ auf. Die Besonderheit der Theatergruppe liegt bei den wohnungslosen Schauspielern, die an Mut, Motivation, Teamgeist und Durchhaltevermögen gewinnen, was sie auch im Alltag einen großen Schritt weiterbringen kann. (kg)

Aufführung: Mittwoch, 29. Juni, 20 Uhr, Hamburger Sprechwerk, Klaus-Groth-Straße23.
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