Horns Gedächtnis wird 20

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Zu sehen im Stadtteil-Archiv: Seifen aus alter Zeit Foto: Jenssen
 
Gerd von Borstel erläutert den Werdegang der Geschichtswerkstatt Foto: Michael Bogumil
Die Geschichtswerkstatt ist zu einer Institution geworden

Von Martin Jenssen
Horn
Vor 20 Jahren wurde die Horner Geschichtswerkstatt gegründet. Durch unendlich viel Fleiß, den die Mitarbeiter seit 1996 investierten, gab die Werkstatt dem Stadtteil das Gedächtnis zurück. Inzwischen ist die Geschichtswerkstatt eine Institution. Bürger, die sich über die Geschichte des Stadtteils informieren wollen, bekommen immer eine Antwort. Die Geschichte der Geschichtswerkstatt begann im Frühjahr 1995. Damals tagte die Zukunftswerkstatt in Horn. Titel der Tagung: „Horn nach vorn!“ Geschichtsinteressierte Bürger fanden während dieser Tagung, dass es an der Zeit sei, ein Archiv über die Geschichte Horns anzulegen. Bis dahin wurden Unterlagen der Horner Geschichte in Hamm verwahrt. Während der Zukunftswerkstatt 1995 wurde auch die Idee zur Errichtung eines Stadtteilhauses geboren.

Seit 1996 aktiv in Horn

Die Gründungssitzung der Geschichtswerkstatt fand am 23. Februar 1996 statt. Damals war es ein loser Zusammenschluss von acht Horner Bürgern. Sie trafen sich in der deutsch-ausländischen Begegnungsstätte. Sofort begannen die Aktivitäten. Schon im April 1996 präsentierte die Geschichtswerkstatt ihre erste Ausstellung. Vor der Haupttribüne an der Horner Rennbahn wurde eine umfangreiche Dokumentation über die Martinskirche gezeigt. Die Liebe zur Historie allein reicht jedoch nicht aus, um eine Geschichtswerkstatt zu finanzieren. Gelder wurden gebraucht. Archivschränke und Computer mussten angeschafft werden. Deshalb kamen die Mitarbeiter auf die Idee, Kalender zu produzieren. Bereits im Dezember 1996 konnten die Horner Bürger für damals zehn D-Mark den ersten Kalender erwerben. Der Horn-Kalender ist bis heute eine der wichtigsten Einnahmequellen.

Neues Domizil in der Martinskirche

Nur mühsam konnte sich die Geschichtswerkstatt finanziell über Wasser halten. Immer wieder wurden neue Broschüren gedruckt, die verkauft werden konnten. Ein großer Erfolg neben dem Kalender wurde das Buch mit Erläuterungen über die 111 Horner Straßennamen. Viele Bürger arbeiteten mit an dem neuen Horner Gedächtnis. Für das Archiv und den Kalender versorgten sie die Mitarbeiter mit Fotos und Dokumenten. Die Begegnungsstätte Hermannstal wurde zu klein für die Werkstatt. Durch einen glücklichen Umstand bekam sie ein neues Domizil. Der Küster der Martinskirche besorgte den Horner Geschichtsforschern leerstehende Räume im Keller der Martinskirche.

Horner Stadtteilrundgänge

An allen bedeutenden Veranstaltungen in Horn ist die Geschichtswerkstatt beteiligt. Besonders intensiv war die Vorbereitung der 700 Jahrfeier im September 2006, zu der auch Horns Namensvetter, der Schlagersänger Guildo Horn, anreiste.
Im Jubiläumsjahr begannen die von der Geschichtswerkstatt durchgeführten „Horner Rundgänge“. Einer davon ist der „Grenzgang“. Zu Fuß machten sich die Horner auf, um ihre Stadtteilgrenze abzulaufen. Mit Pausen und Erklärungen dauerte der Rundgang sechs Stunden. Inzwischen wird für diesen Rundgang das Fahrrad genommen.

Mehr als 3.000 Fotos

Im Jahre 2007 gab die Geschichtswerkstatt den „lockeren Zusammenschluss“ auf. Um bei der Vergabe von Fördermitteln besser berücksichtigt zu werden, wurde der Verein „Geschichtswerkstatt Horn“ gegründet. In den aktiven Vorstand wurden Gerd von Borstel (Vorsitzender), Kai-Uwe Wahl (2. Vorsitzender) und Barbara von Borstel (Kassenwartin) gewählt. Zu den vielen Verdiensten des Vereins, der jetzt seine Adresse im Stadtteilhaus Am Gojenboom hat, gehören unter anderem die Rettung der alten Bleifenster aus einer abgerissenen Altenwohnanlage in der Stoltenstraße, die Lichtinstallation für die Martinskirche und die Rettung des Grundsteins aus der Kapernaum-Kirche. Im Stadtteilarchiv der Geschichtswerkstatt lagern inzwischen über 3.000 Fotos. Alle alten und neuen Zeitungsmeldungen über Horn werden dort archiviert.

Für Besucher steht die Geschichtswerkstatt an jedem zweiten Mittwoch im Monat von 16.30 bis 19.30 Uhr offen. Weitere Infos: Geschichtswerkstatt Horn
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