HVV beerdigt den „Friedhofsbus“

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Die neue Linie 432 wird von der Steinfurther Allee aus kaum genutzt Foto: Christian Einhorn

Streichung der Linie 161 mit geringer Nachfrage begründet. Protest wächst

Von Christian Ehrhorn
Billstedt
Alle Jahre wieder. Auch in 2015 hat der HVV einige Veränderungen vorgenommen. Die Fahrpreise wurden erhöht, die Pläne umgestellt und an einigen Orten Buslinien ganz aus dem Verkehr gezogen. Wie zum Beispiel die
Linie 161 in Billstedt. Zum Ärger vieler Anwohner.
„Dieser Bus fuhr direkt zum Friedhof Öjendorf“, erzählt Irmgard Hoffmann (77) die das Wochenblatt auf das Problem aufmerksam machte. „Das war ideal. Hier wohnen viele ältere Leute, die ihre Angehörigen dort beerdigt haben. Auch mein Mann ist dort begraben. In einer Viertelstunde war man mit dem Bus am Friedhof.“

45 Minuten länger unterwegs


Mit dem Wegfall der Buslinie hat sich das geändert. „Ohne den Bus sind wir nun
mehr als 45 Minuten unterwegs zum Friedhof. Das ist für viele eine sehr lange und beschwerliche Reise. Besonders, weil viele der älteren Personen nicht mehr so gut zu Fuß sind. Das viele Umsteigen auf dem Weg ist damit sehr anstrengend. Dabei haben viele der Personen die hier wohnen, ihre Angehörigen auf dem Friedhof Öjendorf begraben lassen, weil es sehr mit dem öffentlichen Verkehr gut zu erreichen war. Denn ich und viele ndere fahren dort jede Woche hin, um die Grabstätte zu besuchen und zu pflegen.“
In einem Brief an Irmgard Hoffmann, der dem Wochenblatt vorliegt, begründet der HVV den Wegfall der Linie 161mit mangelnder Nachfrage: „Es wird zwar nicht weniger gestorben, aber der Wunsch nach repräsentativen Grabstätten und regelmäßigen Besuchen auf den Friedhöfen geht seit vielen Jahren zurück. Dies spiegelt sich auch durch stagnierende Fahrgastzahlen auf den Friedhofslinien wider. Im Rahmen unserer regelmäßigen Überprüfung der Angebote mussten wir daher feststellen, dass das vergleichsweise dichte Angebot auf der Linie 161 im Bereich des Friedhofs Öjendorf nicht der geringen Nachfrage dort entspricht und wir auch in Zukunft keine Nachfragesteigerung erwarten.“

Umweg über Horn



Diese Aussage ärgert Irmgard Hoffmann besonders. „Von der Steinfurther Allee fährt auch der Bus der Linie 432 ab. Dieser ist fast immer leer. Der 161er wurde weit mehr genutzt. Zudem hat sich meiner Meinung nach die Anzahl der Friedhofsbesucher nicht verringert, im Gegenteil.“
In dem Schreiben verweist der HVV auf die Buslinien 461, welche in einem „nachfragegerechten 30-Minuten-Takt“ den Verkehr zum Friedhof übernommen hat. „Um diese Linie aber zu erreichen, müssen wir erst einmal mit der Bahn bis nach Horn fahren“, so Irmgard Hoffmann. „Also vom Friedhof weg, nur um dann mit dem Bus wieder in die andere Richtung zurück zu fahren.“

Nachbarschaft sammelt Unterschriften


Um die Buslinie 161 wiederzubekommen, hat die Nachbarschaft eine Unterschriftenaktion gestartet. „Es gibt viele hier, die den Bus wiederhaben möchten. Deswegen rechnen wir mit einen regen Beteiligung an der Unterschriftensammlung. Wenn wir diese dem HVV vorlegen, können wir hoffentlich etwas erreichen. Damit wir wieder eine bessere Verbindung zum Friedhof bekommen.“
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1 Kommentar
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Philipp Anz aus Rothenburgsort | 10.02.2015 | 20:40  
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