Ich mag Billstedt, weil...

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Lena Johanna Landeck lebt seit Kurzem in Billstedt. Der Öjendorfer Park gefiel ihr auf Anhieb

Warum sich eine Wochenblatt-Autorin für diesen Stadtteil entschieden hat

Von Lena Johanna Landeck
Hamburg. Gestatten, ich bin neu hier. Neu in dieser wunderbaren Stadt, die auch „Das Tor zur Welt“ genannt wird. Neu in dieser atemberaubenden Metropole, die maritimen Flair, todschicke Moderne und norddeutschen Schnack vereint wie keine andere. Neu an diesem einzigartigen Ort, immer ganz nah am Puls der Zeit. Neu in Billstedt.

„Bitte?“ Meine Freundin verschluckt sich fast an ihrer Hamburger Fleetbrause. „Was zum Henker machst du denn in Billstedt?“ Wenn Sie Ihr Ohr jetzt ganz flach auf diese Zeitung legen, lieber Leser, dann können Sie mich seufzen hören. Zugegeben, Billstedt genießt nicht gerade den Ruf einer Wellnessoase. Die ersten Schlagzeilen, die mir Google auf der Suche nach einer neuen Bleibe in der Hansestadt über Billstedt ausspuckte, lauten: „Ein Viertel kippt“ und „Schie-ßerei im Puff“. Auch von tödlichen Messerstechereien ist die Rede. Und die Warnung „Don’t get lost in Hamburg Ost“ hatte ich bereits nach wenigen Tagen Wohnungssuche fest verinnerlicht. Warum ich trotzdem nach Billstedt gezogen bin? Wegen der Lage. Wegen der verhältnismäßig günstigen Mieten. Und weil ich denke, dass Bill-stedt seinem schlechten Ruf nicht gerecht wird. Ganz im Gegenteil: Billstedt ist mehr als Negativberichterstattung rund um Mümmelmannsberg und Probleme an der U-Bahn-Station.

Gerne am See

Billstedt ist grün, multikulturell und verkehrsgünstig gelegen. Es gibt Siedlungen mit schmucken Einfamilienhäusern und gepflegte Parkanlagen. Zehn Minuten fahre ich mit der U-Bahn bis zur Hafencity, nirgendwo bekomme ich frischeren Koriander als im „Finest Food“ Supermarkt am Schiffbeker Weg. Und im Grünen, etwa im Naturschutzgebiet Boberger Dünen, ist man sowieso im Handumdrehen. Sicher gibt es in Billstedt noch so einiges zu verbessern. Ganz sicher gibt es in diesem Stadtteil jedoch auch eines: Potenzial. Ich für meinen Teil werde zufrieden lächeln, wenn meinem Gegenüber beinahe die Augen aus dem Kopf fallen, sobald ich ihm meinen Wohnort verrate - und mich danach in Seelenruhe und mit einer Schachtel süßer Baklava an den Öjendorfer See setzen und mir den nordischen Wind um die Nase wehen lassen. Na dann, auf gute Nachbarschaft!
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