Idylle auf dem Prüfstand

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Dieses Liebespaar traut sich trotz neu „Hinterlassenschaften“ von Gänsen ins Wasser Foto: Kuchenbecker
 
Die Wasserqualität ist gut, hier darf gebadet werden: südliche Badestelle Fotos: Kuchenbecker
 
Traurige Gesichter bei den Kindern: Die Matschpumpe auf dem Spielplatz ist kaputt

Erreichbarkeit, Sauberkeit, Service: Der Öjendorfer Park im Test

Von Nicole Kuchenbecker
Billstedt. Die Sonne lacht, es ist Sommer in der Stadt. Wo kann man besser ausspannen als in den Naherholungsgebieten und Freizeitzentren direkt vor Ort? Doch halten die auch, was sie versprechen oder sind sie vielleicht sogar besser als ihr Ruf? Das WochenBlatt testete den Öjendorfer Park und nahm ihn dabei genauer unter die Lupe.

Hamburgs drittgrößte Grünanlage

Es ist Freitagnachmittag. Das Wochenende steht vor der Tür. Die Parkplatzsituation am Öjendorfer Park ist entspannt. Mit dem Auto kann man vom Barsbütteler Weg aus bis vor die Tür fahren; dann ein paar Schritte und man steht auf der großen Rasenfläche direkt im Park. Die erste Station unseres Tests ist die nördliche Badestelle im Öjendorfer Park. Der Park ist Hamburgs drittgrößte Grünanlage. Besonders am Wochenende zieht es die Menschen aus der Umgebung hierher.

Gute Parkmöglichkeiten

Doch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Park schon etwas schwieriger zu erreichen. Anfahrt mit der U1 bis Wandsbek Markt, dann in den Bus 263 umsteigen und bis Gleiwitzer Bogen fahren. Dann wartet noch ein ordentlicher Fußmarsch, bis man an seinem Ziel angekommen ist. Mit dem Auto jedoch gar kein Problem: Entlang des Barsbütteler Weges und auch am Driftredder stehen mehrere große kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Die Rasenflächen erscheinen auf den ersten Blick riesig. Vom Parkplatz aus kann man soeben noch den See erkennen. Der Natursee ist insgesamt 455.600 Quadratmeter groß und liegt inmitten der Grünanlage. Seine maximale Tiefe liegt bei 3,4 Metern; seine mittlere Tiefe beträgt 1,8 Meter. Im nördlichen Bereich ist eine kleine Insel, die den Vögeln vorbehalten ist. Es ist ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet, dass den Rohrdommeln als Rückzugsmöglichkeit dient. Der See bietet Flussaalen, Bitterling, Flussbarsch, Hecht, Karausche, Karpfen, Quappe, Rapfen, Rotfeder, Schleie und Ukelei ein Zuhause. Vor Anglern brauchen sich die Fische nicht zu fürchten, denn Angeln ist hier ganzjährig verboten. Nur das Baden an der nördlichen Badestelle ist etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Diese Stelle wird gern von Enten, Gänsen und Schwänen als Ruheplatz genutzt. Dementsprechend ist hier Tierkot zu finden. Man muss schon aufpassen, wohin man tritt.

Viel Abfall

Die umliegenden großen Grünflächen sind zudem alles andere als sauber. Viele kleine Plastikteile, die von Bechern oder Besteck stammen, liegen auf der Wiese verstreut. In diesem Bereich sind nur wenige Abfalltonnen zu finden. Aufgrund der Weite der Wiesen „verschwinden“ die Abfallbehälter förmlich aus dem Blickfeld. Dennoch sollte jeder seinen Müll selbstständig entsorgen. Und auf dem Weg zurück zum Auto kommt man garantiert an dem einen oder anderen Müllcontainer vorbei.

Doch auf Sauberkeit wird hier keinen besonderen Wert gelegt: auch auf dem Spielplatz sind fast überall Müllreste zu finden, wie Papiertücher und Plastikmüll in der Sandkiste beispielsweise. Und gerade die ist die einzige Spielmöglichkeit für kleinere Kinder. Die übrigen Spielgeräte (Rutsche, Klettergerüst und Schaukel) sind eher etwas für größere. Ein Kiosk rundet das Angebot an der nördlichen Badestelle ab. Und auch hier in diesem Gebiet wird gegrillt. Erlaubt ist das Grillen allerdings nur in ausgewiesenen Grillzonen. Die sind beispielsweise an der südlichen Badestelle ausgewiesen.
Hier, im Süden, steht ein großer Betonring zur Kohleentsorgung. Doch bevor man zu diesem Grillplatz (vom Driftredder aus gut erreichbar) kommt, muss man über eine Wiese, auf der weder Müllcontainer noch Bänke zu finden sind. Einfach nur eine grüne Wiese. Allerdings ist es hier auffallend sauberer. Nur zum See hin wird es wieder schmutziger. Dann fand die WochenBlatt-Testerin auf dem Rasen einen abgefackelten Grill samt Müll.


Ein toller Ausblick
ist nicht alles...

Ein toller Blick erwartet den Besucher, wenn er das erste Teilstück hin zum See geschafft hat. Der Park ist sehr weitläufig. Und auch die kleine Badestelle ist hier viel freundlicher. Hier baden Kinder, allerdings lässt auch mancher seinen Hund ins Wasser, was verboten ist. Der eine oder andere hat seine Decke ausgerollt und genießt die Sonne.
Gegenüber liegt der Kiosk, der neben Pommes auch Gulaschsuppe im Angebot hat. Die Preise sind moderat. Hier gibt es Sitzmöglichkeiten und Tische. Gleich links neben dem Kiosk sind zwei Spielanlagen für Kinder. Auf dem Abenteuer-Spielplatz wartet ein „riesiges“ Kletternetz, gleich daneben steht ein Stelzenhaus sowie eine Matschpumpe. Hier könnten sich besonders die jüngeren Kinder vergnügen – wenn die Wasserpumpe nicht kaputt wäre. Man kann pumpen und pumpen, allerdings ohne, dass auch nur ein Tropfen Wasser aus dem Hahn kommen würde. Eine nette Dame holte an diesem Nachmittag für die Kinder mittels Gießkannen Wasser zum Spielen aus dem See. In unmittelbarer Nähe befindet sich der Minigolf-Platz mit seinen Bahnen. Und ein Stückchen weiter mehrere Schachbretter, die gern von den Besuchern genutzt werden.

Gut für Hundefreunde
und Jogger

Der Öjendorfer Park verfügt weiter über eine weitläufige, ausgewiesene Hundewiese. Allerdings konnten wir das avisierte Ponyreiten nicht finden. Auch die Nachfrage bei mehreren Familien mit Kindern blieb ergebnislos. „Auf der anderen Seite des Parks gibt es einen Reitverein“, erklärt eine Mutter, aber ob man da auf Ponys reiten kann, wusste sie nicht. Für Laufbegeisterte hat der Öjendorfer Park eine Menge zu bieten. Hier gibt es wunderschöne Laufstrecken durch Waldstücke.

Das Fazit

Der Öjendorfer Park bietet eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten, allerdings sind diese in keinem guten Zustand. Eine defekte Wasserpumpe und auch die mangelnde Sauberkeit sind echte Minuspunkte. Wildgrillern, die auch noch mit so genannten Bodengrills ihr Barbecue veranstalten, haben an verschiedenen Stellen große Rasenflächen verbrannt. An der südlichen Badestelle ist die Abkühlung im Natursee okay; an der nördlichen sollte man sich das Plantschen schon wegen des Tierkots zweimal überlegen. Wünschenswert wären auch eine bessere Beschilderung der einzelnen Freizeitmöglichkeiten sowie mehr Bänke zum Verweilen. Diese sind nämlich Mangelware. Der ein oder andere zusätzliche Müllcontainer wäre auch nicht schlecht. (nk)
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5 Kommentare
803
Erich Heeder aus Billstedt | 17.07.2013 | 18:51  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 20.07.2013 | 09:25  
803
Erich Heeder aus Billstedt | 20.07.2013 | 13:17  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 20.07.2013 | 14:00  
1.240
Elke Noack aus Rahlstedt | 20.07.2013 | 14:03  
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