Im EKZ wird abgeschleppt

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Das Parkhaus am EKZ Horner Rennbahn Fotos: ks

Neuer Betreiber begrenzt Gratisparken auf zwei Stunden. Unmut bei Bürgern

Von Klaus Schlichtmann
Horn Den Abend hatten sich die Damen anders vorgestellt. Karin Oltmann (63) und ihre Freundin Maria Koch aus Bill-stedt hatten einen interessanten, langen Tag auf der Ausstellung „Du und deine Welt“ hinter sich. Auch Hildegard Büsche (79) war am selben Tag auf dem Messegelände unterwegs. Schließlich Ute Marlow (48): Nach einer Betriebsversammlung freute sie sich auf den Feierabend. Doch daraus wurde nichts: Die vier Frauen sollten an jenem Abend vor zwei Wochen eine unverhoffte Schicksalsgemeinschaft bilden: Allen wurde ihr Auto aus dem Parkhaus am Einkaufszentrum Horner Rennbahn abgeschleppt - und sie waren nicht die einzigen an diesem Tag. Ratlos und ungläubig standen sie im unteren, überdachten Parkdeck, das im Gegensatz zur oberen Park + Ride-Ebene zum EKZ gehört. Trotz allen Suchens - keine der Frauen fand ihr Auto wieder. Im Polizeirevier an der U-Bahn-Station wusste der diensthabende Polizist schon Bescheid: „Na, Sie suchen sicher ihr Auto“, begrüßte er die Damen und ergänzte: „Sie sind heute nicht die einzigen, elf waren schon vor Ihnen da ...!“
Abschlepp-Marathon in Horn: Seit der neue Eigentümer des Einkaufszentrums Anfang September die kostenlose Parkzeit auf maximal zwei Stunden begrenzt hat, vergeht kaum ein Tag, an dem nicht geschleppt wird. Zwar weisen Schilder über der Einfahrt auf die neue Regelung hin, „aber“, so Karin Oltmann, „die sind so hoch angebracht, dass man sie beim Hineinfahren übersieht!“ „Aber es wurden doch auch Hinweisschilder innerhalb des Parkgeschosses an den Betonwänden angebracht, die sind doch nicht zu übersehen“, argumentiert eine Sprecherin des neuen Eigentümers „Terrania AG“ in München. Das bestreiten die vier Damen allerdings: „Als ich meinen Ford dort abgestellt habe, ist mir kein entsprechendes Schild aufgefallen“, erklärt Kindergärtnerin Ute Marlow. „Wahrscheinlich haben sie die nachträglich montiert ...!“
Wie auch immer - es wurde ein teurer Abend für die „Parksünderinnen“. „252,88 Euro musste ich bezahlen, in bar, um mein Auto am anderen Ende der Stadt in Alt-Bahrenfeld wieder aus zu lösen“, empört sich Karin Oltmann. Auch Hildegard Büsche (79) hält das Vorgehen für eine Abzocke: „Man hätte doch beim ersten Mal eine Verwarnung aussprechen können, aber gleich abzuschleppen ist unverschämt. Außerdem ist es schon seltsam, dass wir alle vier sich wegen der angeblichen Hinweisschilder auf Augenhöhe geirrt haben sollen ...“
Warum die neue Regelung? Dazu noch einmal die Sprecherin des neuen EKZ-Eigentümers: „Wir haben festgestellt, dass unser Parkdeck durch Langzeit-Parker oft bis auf den letzten Platz zugestellt war. Unsere Kunden mussten dann zusehen, wo sie parken konnten. Oder sie kamen erst gar nicht zum Einkaufen ins EKZ.“
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1 Kommentar
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Gerd von Borstel aus Horn | 29.10.2014 | 14:43  
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