In Billstedt sind Schüler ihr eigener Boss

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Aleksandra und Yeliz haben Lippenpflege kreiert, um den Kunden über die kalte Jahreszeit zu helfen Foto: Grell

Stadtteilschule Öjendorf veranstaltet Projektwoche „Business for a week“

Billstedt „Ich bin heute der Boss“, hieß es für Jugendliche der 8. und 9. Klassen der Stadtteilschule Öjendorf eine ganze Woche lang. Im Rahmen des Projektes „Business for a week“ durften sie ausprobieren, wie es sein könnte, später ein eigenes Unternehmen zu leiten, Eigenverantwortung zu übernehmen und für die Mitarbeiter zu planen. „Mit diesem Konzept soll der Unternehmergeist der Schüler geweckt werden, Herausforderungen bewältigt und dadurch auch die eigene Persönlichkeit gestärkt werden“, erklärt Kerstin Heuer vom veranstaltenden Futurepreneur e.V. die Idee. „Die Schüler sollen versuchen, die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben zu übernehmen, Mut zu fassen und Ressourcen entdecken, die in ihnen stecken.“ Für René und Dima, beide 14 Jahre alt, ganz selbstverständlich, denn sie betreiben in ihrer Freizeit bereits ein eigenes kleines Internet-Unternehmen, helfen bei dem Erstellen von Web-Seiten und beraten am PC. „Im Winter haben die meisten Leute ja immer kaputte Lippen“, hatten sich Aleksandra und Yeliz überlegt und aus Kokosöl, Melkfett und Zucker eine Lippenpflege entwickelt, die über die kalte Jahreszeit hinweg retten soll. In kleinen Dosen abgefüllt und mit Glitzersteinen dekoriert, wurde aus der ersten Idee dann ein tolles Produkt, das absolut ansprechend aussah. „Wir haben alles in Pink und Silber gehalten, das mögen vor allem die Mädels“, erklärte Yeliz die Produktion. Bei dem Gedanken daran, einmal ein eigenes Geschäft zu gründen, bleiben die beiden allerdings skeptisch: „Da hat man auf jeden Fall viel mehr Stress und wenn man krank wird, verdient man kein Geld mehr“, vermuten die beiden. Auch Simone, Lea und Dvin, die in der eigenen Schulwerkstatt Schneekugeln und Kerzenhalter gebaut haben, glauben zwar an mehr Freiheit und Selbstbestimmung durch ein eigenes Unternehmen, haben in der kreativen Woche aber auch die Nachteile kennengelernt. „Da hat man richtig viel zu tun und braucht ja oft auch erst einmal ein Startkapital, um überhaupt loslegen zu können“. Nach einer interessanten Woche voller Ideenfindung, Produktplanung und Herstellung der eigenen Waren, ging es am vergangenen Freitag ins Billstedt-Center zum Verkauf. Ignaz Spies, Lehrer der Stadtteilschule und Projektbegleiter, war regelrecht überwältigt von seinen Schülern. „Da kommen plötzlich auch die ganz schüchternen zum Zuge und stehen in der ersten Reihe beim Verkauf“, kann Spies beobachten. Die Woche habe sich auf jeden Fall gelohnt und für diejenigen, die in Zukunft nicht ihr eigener Boss werden wollen, sei hier ein Grundstein für Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigenen Kompetenzen gelegt worden. (kg)
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