In „Mümmel“ nur noch Tempo 30?

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Mümmelmannsberg könnte bald eine durchgehende 30-km/h-Zone werden

Theme im Regionalausschuss Billstedt

Mümmelmannsberg Der 12-er Bus durchmisst den Kreisel. Dann geht es wieder geradeaus: Der Fahrer gibt Gas und rauscht am Reporter vorbei – sehr schnell kommt er auf Touren. Immerhin 50 km/h darf er hier fahren. Was ist, wenn es nass und feucht, vielleicht glatt wäre und ein Fußgänger plötzlich auf die Straße tritt? Das Thema hatte jetzt der Regionalausschuss Billstedt auf dem Tisch. Die Drucksache 21-1615 redet eine deutliche Sprache: Es spricht von 18.200 Menschen, die in der Siedlung leben, dazu drei Schulen, mehrere Kitas, Einzelhandel – nur ein Gewerbegebiet ist Ausnahme von der „monofunktionalen“ Nutzung. Wohnstraßen seien mit 30 km/h zu befahren, es bestünden aber Ausnahmen: Der Steinbeker Grenzdamm, der Harvighorster Redder, die Steinbeker Hauptstraße (bis Harvighorster Redder), die Kandinskyallee (bis zum nördlichen Kreisel) und der Mümmelmannsberg seien von der 30-km/h-Begrenzung ausgenommen. Die Straße Mümmelmannsberg ist werktags zwischen 6 und 22 Uhr auf 30 km/h begrenzt, schreibt die SPD.
Diese Angaben stammen aus dem Antragspapier der Fraktion, die das ändern will – das Thema gebe es seit 1999. Eine Vereinheitlichung würde bedeuten, dass in ganz Hamburg geltende Regeln auch auf Mümmelmannsberg angewendet würden. Für den überregionalen Verkehr habe der Stadtteil keine Bedeutung. „Mümmelmannsberg als durchgehende 30-km/h-Zone hätte somit auch keine negativen Auswirkungen auf eine schnelle und flüssige Verkehrsabwicklung“, findet die SPD. Einen weiteren Vorteil sieht man darin, dass nur an den vier Eingängen in den Stadtteil auf die Begrenzung hingewiesen werden müsste. Die Verwaltung möge entsprechende Schritte prüfen, zudem die Verlegung der Radwege auf die Straße (ausgenommen die Kandinskyallee).
Sorina Weiland vom Bezirks-amt Mitte sieht die Zuständigkeit für das Thema zunächst bei der Polizei. Jürgen Hanke. Erster Polizeihauptkommissar bei der Verkehrsdirektion 51, macht darauf aufmerksam, dass „‚ne ganze Menge“ an dem Thema hängt, es sei nicht damit getan, ein paar Schilder aufzustellen, vielmehr gehe es um einen Prozess, der mehrere Jahre andauert. „Es ist gut, wenn jemand anfängt“, fügt Hanke hinzu. Der Polizeiexperte erinnert daran, dass einige Buslinien durch den Stadtteil verkehrten, eine geringere Höchstgeschwindigkeit könne sich auf den Fahrplan auswirken. VHH-Sprecher Martin Beckmann sagt dazu, in der Regel sei sein Unternehmen in entsprechende Gremien eng eingebunden.
Grundsätzlich sei es so, dass durch die geringere Geschwindigkeit sich das Unfallgeschehen ändere, Folgen geringer seien, so Jürgen Hanke. Bleibt das auch langfristig so? „Das kommt darauf an, wie umgestellt wurde“, sagt Hanke; seit einiger Zeit sind nach seinen Worten auch „bloße“ Geschwindigkeitsreduzierungen möglich, die nicht durch bauliche Veränderungen der Straße begleitet werden – da könne es schon sein, dass die Versuchung passiert, wieder schneller zu fahren. Der Billstedter Regionalausschuss hat die Vorlage übrigens mehrheitlich angenommen. (fbt)
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2 Kommentare
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Rainer Stelling aus St. Georg | 01.12.2015 | 14:58  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 01.12.2015 | 15:00  
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