Irmgart Richter leitet den AWO-Treff

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Von links: Klaus Richter (74), Irmgard Richter (75), Peter Spichale, Kreisvorsitzender der AWO Hamburg-Mitte Foto: Neschki
Öjendorf. Dass die Anwesenden in der Altentagestätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Merkenstraße gut aufgehoben sind merkt auch der „Zaungast“ sofort, wenn er die Räumlichkeiten des Flachbaus in der kleinen Einkaufspassage an der Ecke zur Steinbeker Marktstraße betritt. Da wird niemand groß beäugt, der durch die Tür kommt, sondern angelächelt und freundlich gegrüßt. Einfach so.
Mit Handschlag oder auch Küsschen wird dagegen jeder Besucher von Irmgard Richter begrüßt, Betreiberin der AWO-Altenbetreuung. Die meisten Gäste erscheinen, um dort Kaffee zu trinken, den von Irmgard Richter gebackenen Kuchen zu essen und um zu spielen. „Durchschnittlich begrüßen wir hier täglich – außer am Wochenende – 20 bis 25 hauptsächlich ältere Damen,“ erzählt uns die selbst auch nicht mehr ganz so junge 75-Jährige, die seit 2003 gemeinsam mit ihrem Mann die Altentagesstätte betreibt. „In Spitzenzeiten heißen wir hier auch schon mal 45 Damen willkommen.“
Dann wird „getratscht“ was das Zeug hält, und nachdem Kaffee und Kuchen verzehrt sind, lässt das unverzichtbare Bingo nicht mehr lange auf sich warten. Auch Skippo, Rommé und Skat wird leidenschaftlich gespielt. Für das anspruchsvolle Schachspiel fehlen meist geeignete Mitspieler, die übrigens händeringend gesucht werden, so Irmgard Richter. Und auch, dass sich einmal in der Woche eine Gruppe einfindet, die hier Gymnastik betreibt. „Mittwochs wird hier warm zu Mittag gegessen. „Das Essen koche ich zuhause vor und wärme es hier Mittags wieder auf,“ erzählt Irmgard Richter. „Aber wir haben noch nie Selbstgekochtes mit zurück nach Hause genommen,“ erzählen beide nicht ganz ohne Stolz.
Die Leiter der AWO-Einrichtung hat sich nach dem Krieg ohne Berufsausbildung von einer Lagerarbeiterin zur Sachbearbeiterin der Elbewerkstätten – einer Einrichtung für Behinderte – hochgearbeitet. Gern hätte Irmgard Richter weiter gearbeitet, durfte aber nicht. Sie musste in Rente gehen. Warum sie dann nicht jetzt ihren Lebensabend genießt? Das schließe sich nicht aus, denn diese tätigkeit sei ein Hobby, dass sie zusammen mit ihrem ein Jahr älteren Mann betreibe, der übrigens, wie er betont, „Küchenchef dieser Einrichtung ist. Wenn aber einer von uns beiden keine Lust mehr verspürt,“ überlegt die Leiterin der Altentagesstätte, „dann hören wir sofort auf.“ Das aber dauert hoffentlich noch ein bisschen. Leider finden sich immer weniger Menschen, die bereit sind, für eine monatliche Aufwandsentschädigung von knapp über 100 Euro diese Verantwortung auf sich zu nehmen. „Aber wenn wir aber Urlaubsgeschichten von unseren “Alten“ hören, ist jede Müh‘ vergessen.“ So erzählte Martha Brauscheid (92) einmal im großen Kreis, dass sie zu ihrem 90. Geburtstag von ihrer Tochter nach Usedom eingeladen worden sei und ihr im Hotel auffiel, das die Badewannen doch sehr hoch wären. Sie fragte sich, wie die Alten da wohl hinein kämen. Für sie sei es ja noch kein Problem gewesen, aber für die richtig alten Leute könnte es schon problematisch werden. „Da haben wir herzhaft gelacht,“ erzählte uns das Ehepaar Richter.
Genauso herzhaft gelacht wird wohl auch im Mai. Dann fahren wir alle gemeinsam zum Spargelessen in die Heide.
Darauf freuen sich heute schon alle Beteiligten. (mn)
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