„Jeder braucht eine Chance“

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Rainer Picker und Kai Schiffer im Eingangsbereich des Billstedter Mehrgenerationenhaus in der Merkenstraße. Foto: Röhe

Das Mehrgenerationenhaus: treibende Kraft des freiwilligen Engagements

Billstedt. „Oft werden wir gefragt, ob man bei uns wohnen kann“, sagt Rainer Picker lachend. „Das ist aber fast das Einzige, das nicht möglich ist“, ergänzt der Leiter des Mehrgenerationenhauses. Auf der Tagesordnung stehen Singen, Tanzen, Musizieren, Lernen, Computerkenntnisse vertiefen und beispielsweise gemeinsame Filmabende. Das Mehrgenerationenhaus in der Merkenstraße 4 ist eines von bundesweit knapp 450 und stellt einen Ort der Begegnung für Menschen aller Generationen und Nationalitäten dar.
Der Treffpunkt – nur wenige Schritte von der U-Bahn-Haltestelle Merkenstraße entfernt – gibt Raum für gemeinsame Aktivitäten, bietet Angebote zur Kinderbetreuung und zur Betreuung älterer Menschen und schafft auf diese Weise ein neues nachbarschaftliches Miteinander zwischen Jung und Alt. Konzerte, verschiedene Chöre, Näh- und Handarbeiten, Töpfern – das Angebot ist vielseitig. Mit seinen Kursen und Veranstaltungen ist es darauf ausgerichtet, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu stärken und die Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern, sowie haushaltsnahe Dienstleistungen zu entwickeln und umzusetzen.
„Wir arbeiten mit der Stadtteilentwicklung, dem Bezirk, dem Umsonst-Laden, diversen Elterninitiativen und weiteren Gruppen und Institutionen zusammen“, sagt Kai Schiffer, Co-Leiter. Das Mehrgenerationenhaus Billstedt ist zentrale Anlaufstelle, an der Menschen in ihrer Nachbarschaft das finden, was sie im Alltag brauchen. „Vor kurzem kam eine Frau aus Chile zu uns, die perfekt der spanischen Sprache mächtig ist“, sagt Kai Schiffer. „Sie wird wohl in den nächsten Wochen einen Spanisch-Kurs anbieten“, ergänzt Schiffer und spielt auf das Ehrenamt an. Das Mehrgenerationenhaus bezieht freiwillig Engagierte aller Generationen in ihre Arbeit ein. So hat sich das Mehrgenerationenhaus Billstedt als treibende Kraft des bürgerschaftlichen Engagements etabliert und stärkt quasi die soziale Infrastruktur im Quartier.
Seit 2006 gibt es den Tagestreff in der Merkenstraße, der für Kinder, Erwachsene und Senioren. Es bietet neben zahlreichen Angeboten auch praktische Hilfe bei Fragen rund um Pflege und Betreuung Demenzkranker (dieses Angebot ist in der Startphase), hilft bei der Arbeitssuche und bietet regelmäßig das so genannte Job-Cafe in Kooperation mit der Freiwilligenbörse, in dem unter anderem Arbeitsstellen vermittelt werden. „Wichtig ist, dass alle Menschen eine Chance bekommen. Der Spruch „ohne Arbeit bin ich nichts“ zählt bei uns nichts“, bekräftigt Sozialpädagoge Rainer Picker. Auch Bezieher von ALG-II, die sich zahlreich freiwillig im Mehrgenerationenhaus engagieren, werden eingesetzt und können auf diese Weise – mit Glück und Fleiß – in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden.
Ergänzt wird das Angebot durch Kurse für Kinder und Eltern, die insbesondere Alleinerziehende bei der Bewältigung der täglichen Herausforderungen entlasten. Das Billstedter Mehrgenerationenhaus kooperiert mit der lokalen Wirtschaft und ist mit verschiedenen Gruppen ideal vernetzt. „In Zukunft wird es sogar eine Gruppe Jugendlicher geben, die verschiedene Dienste für Senioren anbieten“, sagt Kai Schiffer. Es könnten Dienstleistungen bezüglich des Einkaufens oder Gänge zu Behörden sein. Vorstellbar wäre aber auch einfach ein gemeinsamer Nachmittag, bei dem sich die jungen mit den älteren Menschen unterhalten. Denn eins ist sicher: das Mehrgenerationenhaus macht seinem Namen alle Ehre und soll Anlaufstelle für alle sein. Träger ist übrigens die Kirchengemeinde Schiffbek und Öjendorf. Das Mehrgenerationenhaus wird jährlich mit 30.000 aus Bundesmitteln, sowie 10.000 Euro vom Bezirk Hamburg-Mitte unterstützt. (mr)

Mehrgenerationenhaus der Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Schiffbek und Öjendorf, Merkenstraße 4, 22117 Hamburg, Telefon: 71 40 32 00
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