„Jeder von uns ist ein Künstler“

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Auch die Flüchtlingskrise war Thema. Ein Kunstwerk der sechsten Klassen zeigt Schiffe auf dem Meer, die nicht wissen, wo ihr Weg hinführt Foto: Grell

Stadtteilschule Horn arbeitet mit der Kunsthalle zusammen

Von Karen Grell
Horn
Unter dem Titel „Culture in Colours“ stellt die Stadtteilschule Horn ab sofort ihre eigenen Werke aus. In Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle haben Schüler aus den Kunstkursen der Oberstufe, die das Geschichtsprofil gewählt haben, eine Mischung erarbeitet, die eine Kombination aus historischen Werken mit Expressionismus darstellt. Mit einem Besuch der Kunstausstellung von Emil Nolde und die Auseinandersetzung mit dem Kunststil sowie der Epoche seiner Zeit, starteten die Schüler in das Projekt, das ein ganzes Semester über Thema des Kurses war.

16 Schüler sind an der Ausstellung beteiligt


„Expressionismus ist auch Übertreibung in der Kunst“, erklärt Ida Basic (17), ihre Erfahrungen mit dem Projekt. Sie stellt eine asiatische Winke-Katze zusammen mit Glückskeksen aus, weil sie meint, dass dieses Symbol bereits weltweit bekannt sei und auch dem Glück bringe, der die Katze noch nicht kenne. Max Jack Heisé (18) ist halb Ire, halb Engländer und hat in seinem Bild einen Revolutionsführer aus dem Jahr 1921 dargestellt, als Vorbild für die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit. An der Ausstellung sind 16 Schüler mit ihren Arbeiten beteiligt, die durch die Anleitung von Nicole Buch von der Kunsthalle und dem Lehrer Michael Meier unterstützt wurden. Die Ausstellung soll jetzt nicht nur innerhalb der Schule gezeigt werden, sondern auch Gästen von außen zugänglich sein. Deshalb wurden Menschen aus den Altenheimen der Umgebung eingeladen und auch von anderen Schulen. Bis Ende April können auf diese Weise die Werke der Präsentation „Culture in Colours“ noch bewundert werden. „Mit dem Projekt wollen wir den Raum Schule auch den Stadtteilen öffnen“, erklärt Nicole Buch das Konzept der Kunsthalle, die jetzt langfristig mit Schulen zusammenwirken wird. Das Thema der verschiedenen Kulturen, die in Hamburg vertreten sind, wollten die Schüler in erster Linie bunt und nicht problembeladen darstellen. Deshalb gibt es in der Ausstellung auch eine Gips-Hand, die mit Henna bemalt für viele gefeierte Feste spricht, die Glückskekse, in denen eine gute Botschaft steckt – und eine Sonnenuhr, die von der Zeit erzählt. Der Kursus zusammen mit der Kunsthalle hat den Schülern nicht nur viel Spaß gemacht, sondern auch Fragen aufgeworfen: „Wir haben uns überlegt, ob wir unsere Bilder wohl auch in der Kunsthalle ausstellen könnten und ob unsere Arbeiten genauso teuer sein könnten, wie die von Nolde.“ Max Jack Heisé, der Schüler, der den Revolutionsführer ausstellt, hat aus dem Projekt viel Positives mitnehmen können. In seiner Eröffnungsrede fasste er treffend zusammen: „In jedem von uns steckt ein Künstler, und Kunst braucht einfach nur ein bisschen Mut und kann gern auch ein wenig verrückt sein“.
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