Kämpfer gegen Rassismus

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Rolf Metschulat zeigt Flagge als Pressesprecher der Bürgerinitiative „Glinde gegen rechts“ Foto:wb

Initiative hält seit drei Jahren Mahnwache und unterstützt Flüchtlingshilfe

Von Christa Möller
Glinde
Rolf Metschulat ist viel auf den Beinen. Wenn er nicht in seinem Laden steht, dann hält er Wache: Auf dem Glinder Berg vor dem Ende 2011 eröffneten Tonsberg-Laden. Hier werde Kleidung verkauft, die bei Menschen mit rechter Gesinnung beliebt ist und ihnen als Erkennungszeichen in der Szene diene. Nachdem Schüler aus Glinde und Mitglieder der Antifa in Bergedorf die Nachricht von der Existenz des Ladens verbreitet hatten, bildete sich schnell eine Gruppe engagierter Glinder, die in der Bürgerinitiative „Glinde gegen rechts“ für Toleranz und Menschlichkeit zunächst nur ein Ziel verfolgten: „Der Laden muss weg.“ Das haben sie zwar noch nicht erreicht, der Mietvertrag für den einzigen Laden der Kette in Schleswig-Holstein läuft noch zwei Jahre mit Option seitens des Mieters auf weitere zwei mal vier Jahre, wie Metschulat weiß. Aber die Kämpfer gegen Rechts sind seit über drei Jahren fast jeden Tag vor Ort und halten weiter Mahnwachen. „Wir versuchen, montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr und sonnabends von 13 bis 15 Uhr da zu sein“, erklärt Rolf Metschulat, der seit einem halben Jahr Pressesprecher der Gruppe ist. Das sei eine enorme Belastung, koste Zeit und Kraft, sei aber notwendig. „Ich war schon immer Revoluzzer“, sagt Metschulat. Geboren 1957 in Schleswig hat der gelernte Tischler und examinierte Altenpfleger bei den Demos gegen das Kernkraftwerk Brokdorf „ganz vorn mitgestanden, war „immer aktiv, immer politisch“. Das allerdings für die Sache, nicht für eine Partei. „So kann man freier agieren“, erläutert er auch, warum sich die Gruppe in einer Bürgerinitiative und nicht in Vereinsform engagiert.
Für ihren nicht nachlassenden Einsatz ist sie schon mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Olof-Palme-Friedenspreis, dem Preis des Bündnisses für Demokratie und Zivilcourage und mit dem Deutschen Bürgerpreis für herausragendes ehrenamtliches Engagement des Landes Schleswig-Holstein. Anfang Dezember konnten drei Vertreter der Bürgerinitiative in Berlin in der Kategorie „Alltagshelden“ den zweiten Preis (2.500 Euro) entgegennehmen. Überwältigt sei er gewesen, sagt Metschulat, immerhin sei es der höchste private Preis in diesem Zusammenhang in der Bundesrepublik. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn die Arbeit so gewürdigt wird.“ Das Preisgeld kann die Initiative gut gebrauchen, finanziert sie doch Werbematerial und Kosten etwa für einen Gasstrahler und ein Zelt für die Mahnwache aus eigener Tasche und aus Spenden. Und wie geht es weiter, wenn sie Erfolg haben sollten? „Wenn der Laden weg ist, ist die Ideologie nicht weg. Wir werden weiter gefordert sein.“ Schon jetzt unterstützen sie die Flüchtlingshilfe in Glinde. Außerdem beteiligt sich die Initiative an den Internationalen Wochen gegen Rassismus im März 2015 und bereitet das Programm in Glinde vor. Rolf Metschulat: „Man muss sich bewegen, etwas tun gegen Rassismus.“
Weitere Infos: www.notonsberg.de

, Neujahrstreffen am 10. Januar
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