Kampf um bessere Seniorenkarte für Hamburg

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Egon Jahn (v.l.), Waldtraudt Jahn und Dieter Grimsmann, der Vorsitzende des Seniorenbeirats, wollen die Bedingungen für Senioren im öffentlichen Nahverkehr verbessern Foto: kg

Bezirksseniorenbeirat startet Unterschriftenaktion für „Rund-um-die-Uhr-Gültigkeit“ beim HVV

Hamburg. Seit Jahren setzen sich die Mitglieder des Bezirksseniorenbeirates für eine „Rund um die Uhr Nutzung“ der Seniorenkarte ein. Jetzt hat der Beirat eine Unterschriftenaktion gestartet, um den Senat aufzufordern, die Seniorenkarte ohne zeitliche Begrenzung anzubieten. Der Hintergrund: Der öffentliche Personennahverkehr ist mit einer Fahrkarte für Menschen ab 63 Jahren derzeit erst ab neun Uhr nutzbar. Zwischen Betriebsschluss, das ist um 6 Uhr morgens, und neun Uhr muss bei Nutzung der Bahn der komplette Fahrtpreis zugezahlt werden.

„Wir fühlen uns durch diese Maßnahme diskriminiert“ Dieter Grimsmann
„Das kann nicht sein“, meint der erste Vorsitzende des Beirates Dieter Grimsmann, der weiß, dass die meisten Senioren nicht bis mittags schlafen, sondern schon früh unterwegs sein wollen. „Wir fühlen uns durch diese Maßnahme diskriminiert“, so Grimsmann. „Nach Auskunft des HVV müsse die Seniorenkarte deutlich teurer sein, wenn sie eine durchgängige Gültigkeit erhalte“, berichtet auch Egon Jahn, der schon häufig mit dem HVV im Gespräch war. Die finanzielle Mehrbelastung für die älteren Menschen, die bei Fahrten vor neun Uhr den vollen Fahrpreis zahlen müssen, sei dabei völlig inakzeptabel.
„Die Fahrkarten für die Senioren sind schon mit über 40 Prozent rabattiert“, betont allerdings Silke Seibel, die Sprecherin des Hamburger Verkehrsverbundes. Einzelne Fahrkarten, die im Bedarfsfall gelöst werden müssten, seien dabei eingeplant. Gerade Senioren müssten aber relativ häufig morgens auch vor zehn Uhr Termine wahrnehmen, seien ehrenamtlich aktiv oder hätten Arzttermine, die meist früh am Morgen vergeben werden, bedauert Dieter Grimsmann die Entscheidung des HVV.
„Nach mehr als zehn Jahren vergeblicher Bemühungen ist jetzt Schluss mit unserer Geduld“, betont Beiratsmitglied Egon Jahn, der zusammen mit anderen Mitgliedern im Stadtteil Mitte noch bis Ende Dezember eine Unterschriftenaktion durchführt. „Die aktuelle Situation bleibt, wie sie ist“, so Silke Seibel, eine Veränderung sei nicht geplant. Schade finden das die Senioren, „in anderen Ländern Europas fahren Senioren ganz umsonst in der Bahn“, so die Recherchen des Beirates
Besonders an den Schulen, in denen heute bereits das Frühstück für die Schüler durch Ehrenamtliche zubereitet wird, greift man gern auf Senioren zurück, die nicht nur Zeit und Geduld, sondern auch Lebenserfahrung im Umgang mit den Kindern mitbringen. „Da muss man spätestens um halb sieben losfahren“, so Waldtraudt Jahn, die bei frühen Fahrten drei Euro für eine Einzelkarte zahlen muss. „Die Ermäßigungen gelten ja nur für Monats- oder Jahreskarten.“ (kg)

Bezirksseniorenbeirat, Klosterwall 8, Unterschriftenlisten liegen in Seniorenbüros und Altenwohnanlagen aus, können auch über das Büro angefordert werden.
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