Kein Skaten mehr im I-Punkt?

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Frank Martens auf dem Gelände von Skateland in der Spaldingstraße. Der Sportpädagoge leitet den Verein als geschäftsführender Vorstand bereits seit mehr als 20 Jahren. Foto: Röhe
 
„Ohne den Betrag geht es nicht“. Frank Martens baut auf die Unterstützung der Stadt Foto: Röhe

Beliebtes Kinder- und Jugendzentrum ist von Kürzungen bedroht

Von Matthias Röhe
Hammerbrook. Jährlich kommen etwa 100.000 Besucher – damit gehört es zum beliebtesten Kinder- und Jugendzentrum in Norddeutschland. Nach dem Motto „Weg von der Straße“ ist das I-Punkt-Skateland an der Spaldingstraße während der Regelöffnungszeiten von 15 bis 20 Uhr an 365 Tagen im Jahr Anlaufstelle für alle Kinder und Jugendlichen, die Spaß am Skaten, Inlineskaten oder BMX-Fahren haben. Außerhalb der Regelzeiten kommen vormittags Schulklassen, Behindertensportler, Teilnehmer von Projektwochen oder Jugendgruppen. Darüber hinaus gibt es Angebote wie Drogen- und Gewaltprävention, Hausaufgabenhilfe, eine Videogruppe, eine Zeitungsgruppe (die regelmäßig eine Vereinszeitung herausgibt), eine Holzwerkstatt (in der Rampen gebaut und instand gehalten werden) und eine Frauengruppe, die sich immer am ersten Montag eines Monats trifft. Zudem finden regelmäßig Meisterschaften statt: Die deutsche Meisterschaft im Inlineskating (I-Punkt X-Mas-Cup), die norddeutsche Meisterschaft im Skateborden, deutsche Meisterschaften, sowie zahlreiche Show-Veranstaltungen im Skaten, Inlineskaten oder BMX-Fahren. Außerdem ist das Skateland Arbeitgeber von zwei festangestellten Mitarbeitern, sieben unterstützenden Studenten, sowie fast unzähligen freiwilligen Helfern. Das Projekt finanziert sich durch Spenden, Sponsoren und eigene Einnahmen wie beispielsweise Eintrittsgelder. Einen Schwerpunkt seiner Einnahmen stellt allerdings eine Zuwendung der Stadt Hamburg dar. „Wir werden jährlich mit 219.000 Euro von der Sozialbehörde unterstützt“, sagt Frank Martens, geschäftsführender Vorstand und Sportpädagoge. „Ohne diesen Betrag geht es nicht. Er stellt schon das Minimum zur Sicherstellung unseres gemeinnützigen Projekts dar“, ergänzt Frank Martens mit gesenkter Stimme. Denn: Genau diese Zuwendungen stehen nun auf der Kippe. Der eigenständige, unabhängige und gemeinnützige Verein, der seit 2000 die reine Skatefläche von 1500 Quadratmeter große Fläche (die Außenanlage ist 1800 Quadratmeter groß) in der Spaldingstraße betreibt, hat auch in diesem Jahr einen Antrag auf Zuwendungen gestellt. „Wir haben die Unterlagen mit detaillierten Angaben bei der Sozialbehörde eingereicht, aber noch keine Antwort erhalten. Das stimmt uns sehr traurig“, sagt Frank Martens. „Als ich angerufen und nachgefragt habe, hieß es nur, dass die Stadt Hamburg sparen müsse und auch wir von Kürzungen betroffen sein könnten. Genauere Angaben erhielt ich aber nicht“, ergänzt der Sportpädagoge. Genau diese Ungewissheit macht Frank Martens unruhig. Auch das WochenBlatt bekam auf Nachfrage keine konkrete Antwort. Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) teilte mit, dass derzeit viele Projekte auf dem Prüfstand stünden. Als Grund wurden Sparmaßnahmen angeführt. Ob auch das Skateland von einer Kürzung oder gar Streichung betroffen sein wird, konnte nicht gesagt werden, da eine endgültige Entscheidung noch fallen werde.
Droht dem Skateland, der größten Skater-Anlage Hamburgs, das Aus? „Es wäre undenkbar. Unser Projekt trägt dazu bei, dass die Jugendlichen nicht rumhängen, abrutschen oder auffällig werden“, sagt Frank Martens, der damit die Ziele des von Modedesigner Thomas Friese vor 22 Jahren gegründeten Verein beschreibt. In dieser Woche treffen sich Mitglieder des Vereins mit Vertretern der Sozialbehörde. Das Skateland hofft dann auf eine verlässliche Antwort, wie es mit den Zuwendungen der Stadt Hamburg weitergeht. (mr)

ii-Punkt Skateland e. V.
Spaldingstr. 131, 20097 Hamburg
Öffnungszeiten Montag bis Freitag von 15 bis 20 Uhr,
Sonnabend, Sonntag und an allen Feiertagen, sowie in den Hamburger Schulferien
von 13 bis 20 Uhr. 365 Tage im Jahr.
Spendenkonto: Stichwort „Aktion Pro-Skateland“
Hypovereinsbank I-Punkt Skateland
Kontonummer.: 4417226
Bankleitzahl: 2003000. Die Spendengelder werden ausschließlich für Rampenbau verwendet.
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