„Kicken gegen Rechts“

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Weitere Aktionen nach Mahnwache

Glinde. Nach der 500. Mahnwache gegen den Thor-Steinar-Laden und einer Lesung, die an die Bücherverbrennung im Nazi-Deutschland erinnerte, geht der Protest in Glinde gegen Rechtsextreme weiter. Am Sonnabend, 1. Juni, findet unter dem Motto „Rechts steht im Abseits – Kicken gegen Rechts“ von 13 bis 22 Uhr auf dem Sportplatz des TSV Glinde ein Fußballturnier statt.
Rückblick: Der 16. September 2011 hat in Glinde viel verändert. An diesem Tag eröffnete in der Einkaufszeile Glinder Berg der „Tönsberg-Laden“, der bei Rechtsextremen beliebte Bekleidung verkauft. Das Geschäft gilt als Anlaufpunkt für die rechtsextreme Szene. Um dem etwas entgegen zu setzen, gründete sich innerhalb weniger Tage die überparteiliche „Bürgerinitiative Glinde gegen rechts“ und rief immer wieder zu Protesten auf. Dazu zählen auch die Mahnwachen, die montags bis freitags von 17 bis 19 Uhr vor dem Laden auf öffentlichem Grund stattfinden.
Anfangs noch begleitet von einem starken Polizeiaufgebot, sind diese friedlichen Mahnwachen inzwischen deutschlandweit bekannt. „Unser Ziel ist es, die Schließung des Ladens zu erreichen. Aber wir wollen auch auf die gravierenden Gefahren der rechten Szene hinzuweisen“, sagt Hans-Jürgen Preuss, einer der Mitglieder der Bürgerinitiative. Jetzt fand nicht nur die 500. Mahnwache statt. Die Bürgerinitiative erinnerte mit der „1. Glinder Lesenacht“ im Foyer des Rathauses gleichzeitig an die Bücherverbrennungen, die nationalistische Studentengruppen am 10. Mai 1933 in vielen Städten Deutschlands veranstalteten. Bei der Kampagne „Wider den undeutschen Geist“ wurden Bücher, vor allem jüdischer Autoren wie Erich Kästner, Berthold Brecht oder Kurt Tucholsky öffentlich und mit Häme verbrannt. Um die Glinder Aktion gegen Rechts zu unterstützen, war auch der Schauspieler Peter Lohmeyer gekommen. Vor etwa 120 Gästen lasen er und Mitglieder der Bürgerinitiative aus den Werken der von den Nazis verbotenen Literaten vor.
Die Bürgerinitiative „Glinde gegen rechts“ ist Anfang des Jahres mit dem Olof-Palme-Friedenspreis ausgezeichnet worden. (zz)
Weitere Infos im Internet unter www.notonsberg.de
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