Kinder malen Heimat

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Fabienne wohnt neben der Oma und findet Familie ist auch ein Stück Heimat Foto: Grell

Eine Aktion der Dreifaltigkeitskirche Hamm. Bilder sind ausgestellt

Von Karen Grell
Hamm
Vierzig Kinder aus der Kita Dreifaltigkeit in Hamm und der Flüchtlingsunterkunft an der Wendenstraße haben jetzt gemeinsam auf Leinwänden Bilder zum Thema Heimat gemalt. Die Werke sind ab sofort im Gemeindehaus unter dem passenden Titel „Kinder malen Heimat“ ausgestellt. Wie sehen Kinder, die in so unterschiedlichen Situationen leben, ein Bild ihrer Heimat vor sich und was ist ihnen dabei besonders wichtig? So unterschiedlich wie vielleicht erwartet, sehen die Werke der syrischen, afghanischen oder deutschen Kinder dann allerdings gar nicht aus. Im Mittelpunkt der Bilder steht meist ein großes Haus. Einen ganzen Tag lang hatten die Acht- bis Zwölfjährigen auf dem Gelände der Firma Otto Gelegenheit, sich mit verschiedenen Materialien auszudrücken und ihre Gedanken auf Leinwand zu bringen. „Wir sind den Institutionen für ihre Unterstützung sehr dankbar“, betont Pastor Johannes Kühn. Idee der Veranstaltung war es, Kinder unterschiedlicher Herkunft auch außerhalb der Schule zusammenzubringen und durch die Ausstellung zusätzlich Kontakte zwischen den Erwachsenen zu knüpfen. Viele der Eltern aus der Flüchtlingsunterkunft waren dann leider nicht zur Vernissage gekommen. Was bei Kindern ganz schnell geht, dauert bei den Eltern manchmal etwas länger. Und der Nachwuchs weiß auch genau, worauf es im Leben ankommt. „Erst einmal überhaupt ein Dach über dem Kopf haben, das ist das Wichtigste“, meint Lenny Cejer (9), der auf die Schule Hammer Kirche geht und bei der Aktion dabei war.„Direkt neben der Oma wohnen“ und das auch noch mitten im Grünen, davon träumt Fabienne Schäfer (8) und dieser Wunsch ist für sie sogar in Erfüllung gegangen. „Familie ist ganz wichtig“, findet die Achtjährige, die gern mit der Oma zusammen unterwegs ist und beide Häuser auf ihrem Bild vereint hat.
Das gemeinsame Malen hat allen viel Spaß gemacht und am Ende des Tages fragte sogar eines der teilnehmenden Kinder, ob die geflüchteten Kinder denn auch noch kommen würden. „Es ist gar nicht aufgefallen, wer aus welchem Land stammt“, so Pastor Kühn. Kunst verbindet somit auch ohne Sprache und Heimat sehen die meisten Kinder aus derselben Perspektive: Eine Bleibe haben, eine Familie, die Geborgenheit gibt und Freunde, mit denen man spielen kann. Ein paar neue Freundschaften sind bei diesem Projekt auf jedem Fall entstanden.

Kinder malen Heimat, Gemeindehaus, täglich 10 bis 18 Uhr, Horner Weg 17, Eintritt kostenlos (ab 2. Mai eine Woche lang in der Horner Freiheit)
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