Kirchentag statt Ferien

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Die Wichern-Schule öffnet ihre Türen für Besucher des Evangelischen Kirchentages. Schulleiterin Dr. Verena Schröter und Kirchentagsbeauftragter Kay Helge Wendler freuen sich auf ihre Gäste Foto: Mona Kampe

Die Wichern-Schule ist Gastgeberin des Evangelischen Großereignisses

Von Mona Kampe
Hamm. Gastfreundschaft im Sinne der Geistlichkeit: Die Wichern-Schule öffnet ihre Türen für Besucher des Kirchentages. Neben einer Reihe von Veranstaltungen stellt die Schule ihre Klassenräume für Übernachtungen zur Verfügung. Mehr noch: Schüler und Lehrer nehmen geschlossen an diesem außergewöhnlichen kirchlichen Ereignis teil.
Noch ist es ruhig in den Schulgebäuden. In den Klassenräumen wird unterrichtet und zahlreiche Schüler freuen sich auf die anstehenden Pfingstferien, die für sie dieses Jahr jedoch erst am 3. Mai beginnen. Hintergrund: der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 1. bis 5. Mai steht vor der Tür. Ein triftiger Grund für den Beschluss, einen „Kirchentags-Tag“ zur verpflichtenden Schulveranstaltung zu erklären. Schulleitung, Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft sind sich einig, gemäß der schulischen Tradition am 2. Mai gemeinsam den Kirchentag zu besuchen. Und nicht nur das, die Wichern-Schule ist auch Veranstaltungsort und begeisterte Gastgeberin.
Rund 150 Besucher aus ganz Deutschland werden im schuleigenen „Hotel“ einchecken und es sich mit Schlafsäcken und Isomatten in den Klassenräumen gemütlich machen. Für Verpflegung ist natürlich gesorgt. Im Wichern-Forum finden zudem einige Aktionen und Events zum Kirchentag statt. In Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Hamm wird es einen offen Gottesdienst geben, ein Chorkonzert sorgt für musikalische Untermalung, das Zentrum „Weltanschauung“ ist täglich für Gäste des Kirchentages geöffnet. Im Rahmen der Veranstaltungen präsentiert sich die Wichern-Schule als Teil des Rauhen Hauses und nutzt die Gelegenheit, ihre Stiftungsarbeit einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Neben dem Kollegium, das innerhalb eines Jahres im Team den Kirchentag plante und das Schuljahresmotto „Soviel du brauchst“ ganz im Sinne des Hamburger Groß-Events wählte, waren auch die Schüler und ihre Familien nicht untätig. Rund 80 Betten konnten innerhalb der Aktion „Koje frei“ zut Verfügung gestellt werden.
Trotz des verschobenen Ferienstarts freuen sich alle Beteiligten auf den gemeinsamen Kirchentag. Rund ein Drittel des Lehrkörpers bietet sich darüber hinaus an, an Folgetagen zusammen mit Schülern weitere Veranstaltungen zu besuchen. Die Dauerkarten machen ein kostengünstiges Vergnügen möglich. „Das Erlebnis ist einmalig. Durch Präsenz möchten wir versuchen, den Kirchentag in den Köpfen zu verankern. Es ist eine tolle Chance für uns, ihn aktiv mitgestalten zu dürfen“, begeistert sich Kay Helge Wendler, Kirchentagsbeauftragter an der Wichern-Schule und Quartiersmeister für die Übernachtungsgäste. Chance der Schule ist es, Mittel und Gelegenheiten zu schaffen, Hemmschwellen zu überwinden und neue (Erlebnis-) Räume zu öffnen, um auch nicht-christlichen Kindern religiöse Erfahrung zu ermöglichen. Es ist die erste Schule in der Geschichte des Kirchtages, die aktive den Kirchentag mitorganisiert. Aber keine Sorge: Der verpasste Ferientag wird am 13. Mai nachgeholt, wenn die meisten anderen Kinder wieder die Schulbank drücken müssen.
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