Kirchsteinbek: Schule weicht Wohnungen

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Das Gelände der Schule Kirchsteinbek. Hier sollen Häuser für Familien entstehen Foto: fbt
 
Die Schule Kirchsteinbek von der Straße aus gesehen. Im Sommer ist hier Schluss Foto: fbt

Bebauungsplan muss kommen. Milieuschutz für Ortskern bleibt

Von Frank Berno Timm
Kirchsteinbek
Die Tage der Schule in Kirchsteinbek sind gezählt. Wenn die Jungs und Mädchen der Paulus-Schule zurück nach Billstedt gezogen sind, kann ein Bauunternehmen damit beginnen, hier neue Wohnungen zu errichten. Einer der nächsten Schritte wird ein Bebauungsplan sein. Reiner Busenbender, Chef der Paulus-Schule, kann bald die Umzugswagen bestellen. In den Sommerferien sollen die Kinder, die jetzt noch in Kirchsteinbek lernen, ausziehen, bei Verzögerungen könne es auch im Herbst erst dazu kommen, sagt Busenbender dem Wochenblatt.
Und dann? Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde, erläutert, der NCC Deutschland sei das Grundstück bis zum 31. August 2017 anhand gegeben worden.

Stadtvillen und Mehrfamilienhäuser


Nach Informationen des Landesbetriebs Immobilienmanagement (LIG) dient die Anhandgabe dazu, „notwendige Details zur Bebaubarkeit und Finanzierung seines Vorhabens vor Abschluss eines Kaufvertrages“ zu klären. So muss etwa noch ein Bebauungsplanverfahren stattfinden, wie Stricker erklärt. Vorausgegangen war ein Gebotsverfahren, das einen Funktionsplan enthielt, der vom Bezirk Mitte entwickelt worden war. Das Konzept des Siegers sehe vor, vier Stadtvillen, ein Mehrfamilienhaus und bis zu 17 Reihenhäuser an Stelle der jetzigen Schule zu errichten. Mindestens zehn der Reihenhäuser werden über das Eigenheimprogramm des Senats, für das die PMC Immobilienmanagement zuständig ist, vergeben. Stricker schätzt, dass es während der Anhandgabezeit noch geringfügige Änderungen geben kann, wenn sich der Bauherr mit dem Stadtplanungsamt abstimmt beziehungsweise das Bebauungsplanverfahren läuft. Gebaut wird erst nach Genehmigung und Verkauf des Geländes. Der in Kirchsteinbek bestehende Milieuschutz soll laut Stricker durch die Einhaltung des Funktionsplans gesichert werden. Dort seien städtebauliche Grundfigur, Bebauungstypologien, das grundsätzliche Maß der baulichen Nutzung, der zu erhaltene Baumbestand und das Erschließungskonzept vorgegeben. Erschlossen werden soll an der jetzigen Zufahrt des Schulparkplatzes. Der jetzige Spielplatz unter den Linden soll zum gemeinschaftlichen Stellplatz werden, dort wird ein Wendehammer angeordnet. Das Erschließungskonzept, fügt Stricker hinzu, werde der Investor im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens und auf Basis des Funktionsplans gegebenenfalls noch weiter entwickeln. Schon im Dezember 2014 war klar, dass in Kirchsteinbek Kinder nicht mehr auf Dauer in Kirchsteinbek zur Schule gehen werden. Aus einer Drucksache der Bezirksversammlung (21-0622) geht hervor, dass der Pachtvertrag mit der Paulusschule bis 31. Juli 2017 gelte. Michael Mathe, Leiter des Stadt- und Landschaftsplanungsamts im Bezirksamt Mitte, stellte in einer früheren Sitzung im Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung übrigens klar, dass für das „Konversionsgebiet“ der Grünordnungsplan Billstedt 88 maßgeblich ist, der den weitestgehenden Erhalt der Bäume vorschreibe. Strenggeschützte Arten gebe es im Plangebiet nicht.

Kleinteilige Bauten


Laut Mathes damaligen Ausführungen sollen auf dem Gelände an der Steinbeker Marktstraße kleinteilige Baukörper mit zwei Etagen plus Staffelgeschoss entstehen. Dahinter würden zweigeschossige Reihenhäuser angeordnet. Im Osten schließe dreigeschossiger Wohnungsbau (und ein Staffelgeschoss) die Fläche ab.
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