Klarer Fall von Gras-Bulimie

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Kater Willi erzählt aus seinem Leben Grafik: wb

Hier schreibt jede Woche Kater Willi. Diesmal über Fress-Störungen

Hamburg Kürzlich bei „Germany’s Next Top-Mieze“ biss Model-Mama Heidi Klum herzhaft in einen undefinierbaren Klumpen und schwärmte, dies sei ihr Lieblingsburger. Der XXL-Klops im Brötchen mit doppelt Käse sah aus wie schon mal gegessen. Während die kritische Net-Cat-Gemeinde bezweifelt, dass sie wirklich so fettiges Zeugs gerne isst, glaube ich das sofort. Als gebürtige Nordrhein-Westfälin hat sie bestimmt regelmäßig Heißhunger auf brutal Ungesundes. So wie ich. Ich vertrage nämlich kein Gras. Und esse es trotzdem. Immer wieder und immer wieder. Bis es mir knapp unter den Ohren wieder rauskommt. Die Frau, die in meinem Haus wohnt, war zunächst noch ganz entspannt, als sie feststellte, dass mir der Aufenthalt im Garten regelmäßig auf den Magen schlägt. „Typischer Fall von Gras-Bulimie“, murmelte sie und bemühte zunächst altes Wissen, wonach sich Pfötler so von unverdaulichen Haaren befreien. Allerdings übergebe ich gar nicht so viel Fell von innen nach außen. Der typische Vorgang von Ess-Brech-Sucht sieht ungefähr so aus: Kaum weht mir frische Luft ums Schnäuzchen, peile ich den Wiesenrand oder den Zwischenraum der Gartenwegplatten an und kaue genüsslich am Grashalm wie vermutlich Königin Luise weiland auf der Pfaueninsel. Es bleibt nicht beim leichten Draufrumkauen. Wie eine getigerte Mini-Kuh weide ich im grünen Rausch – bis mir übel wird. Dann wird gewürgelt, bis der Kram wieder raus kommt. Nachdem sich die freundlichen Zweibeiner nun doch Sorgen machten, recherchierte die Frau, die in meinem Haus wohnt, im Intercat. Und siehe da, inzwischen heißt es, die äsende Katzengemeinde hole sich übers Graskauen notwendige Bitterstoffe und Folsäure. Da die ausgelutschten Halme jedoch selbst unverträglich sind, müssen sie eben wieder nach draußen. Das World Wide Web ersetzt jedoch keinen echten guten Arzt. Als wahrhaft aufgeklärtes männliches Wesen gehe ich regelmäßig zur Vorsorge in die Tierklinik meines Vertrauens. Bei meinem nächsten Besuch wird die Frau, die in meinem Haus wohnt, einmal fragen, was es mit dieser Rein-Raus-Fressstörung auf sich hat. Bis dahin wünscht einen wunderbar warmen Sonntag im Grünen, auf dem man zur Abwechslung auch liegen kann, Euer Willi.

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