Konflikt um Parkplätze in Billstedt

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Könnte ein begrenzt zugelassener Lieferverkehr den Verkehr rund um das Billstedt-Center entzerren? Foto: Timm

Lieferverkehr rund um das Billstedt-Center und der Parkraum in der Reclamstraße beschäftigen Hamburgs Polizei und „bigg“

Von Frank Berno Timm
Billstedt
Die Billstedter Interessengemeinschaft für Gewerbetreibende (bigg) hat in ihrer letzten Sitzung vorgeschlagen, die Plätze in den Parkhäusern in und rund um das Billstedt-Center besser zu nutzen und zu erwägen, den Parkplatz an der Reclamstraße zu bewirtschaften. Andreas Scheper vom Polizeikommissariat 42 erzählte der großen Runde Billstedter Geschäftsleute, die sich am Mittwoch im Tagungssaal des Bezirks am Öjendorfer Weg getroffen hatte, nichts Neues: Durch die Verlegung des Radwegs auf die Fahrbahn in der Billstedter Hauptstraße entstehen nach seinen Worten eine Fülle von Konflikten zwischen Parkern und Radfahrern. Auch der große Parkplatz an der Reclamstraße sei nur „bedingt nutzbar“. Schwierigkeiten gibt es auch mit der Lieferzone hinter dem Lokal Schweinske an der Möllner Landstraße, die immer wieder zugeparkt wird. Am Geesthang wird es freitags (zum Gebet in der Moschee) knifflig. Scheper zufolge stünde die Polizei einer anderen Nutzung der Fußgängerzone in der Möllner Landstraße – gemeint ist ein beschränkter Anlieferverkehr – nicht im Wege, dies müsse beim Bezirk beantragt werden. Die Polizei hat in Billstedt „eher zu wenig Personal“, aktuell beschäftigen sich zwei Leute mit der Überwachung des Verkehrs, die laut Scheper aber auch noch für Horn zuständig sind. „Wir können nur punktuell tätig werden“, so der Abteilungsleiter Prävention und Verkehr. Scheper wies darauf hin, dass Parksünder in der Lieferzone sofort abgeschleppt werden dürften und fügte hinzu: „Wenn Sie die Polizei rufen, dann kommt sie.“ Dieter Rönfeldt vom Verein Bille-Bläser schlug seinerseits vor, den Parkplatz an der Reclamstraße, der zu 80 bis 90 Prozent von Dauerparkern besetzt sei, zu bewirtschaften. „Das würde die Situation drastisch verbessern“, es habe bereits einmal die Absicht dazu gegeben. Ferreira da Silva (Schweinske) sagte, ein solcher Schritt würde den Stadtteil beleben. Andreas Sonnek, Chef des Billstädter Bürgervereins, mahnte ein Gesamtkonzept an – die Zahl der Plätze in der Reclamstraße müsste verdoppelt und die Anlage entsprechend erhöht werden. Man müsse fragen, woher die Kunden kommen, niemand werde lange mit sechs Einkaufstaschen bis zur Post laufen. Ferreira da Silva erinnerte daran, dass es in den Parkhäusern des Viertels preiswerte Monatskarten gebe. Jürgen Roloff vom Büro Lokale Wirtschaft (LoWi) brachte eine Begrenzung der Parkzeit an der Reclamstraße auf zwei Stunden und eine teilweise Bewirtschaftung ins Gespräch.

Runde diesmal größer


Das Netzwerktreffen der bigg fand diesmal in einer größeren Runde statt – möglicherweise hat sich die nach hinten verlegte Anfangszeit bewährt. Das LoWi-Büro wurde jetzt per Beschluss mit der bigg-Geschäftsführung betraut. Im November steht ein gemeinsamer Termin mit dem Bezirksamt an, dort soll es um die Vorstellungen des Amts zur Erneuerung gehen. Am 22. November folgt ein Billedialog zur Einbruchssicherung in Annas Tagesbetreuung (Möllner Landstraße 35). Zur möglicherweise anstehenden Beschäftigung von Flüchtlingen soll im bigg-Netzwerk jetzt gefragt werden, wer welche Bedürfnisse und Möglichkeiten hat.
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