Kultur Palast braucht Neubau

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Im Modell steht der Neubau des Kultur Palastes längst. Für seine Realisierung fehlt jedoch (noch) das Geld.
 
KPH-Intendantin Dörte Inselmann

Besucherzahlen in zehn Jahren vervierfacht. Jetzt fehlen 2,2 Millionen Euro

Von Martin Jenssen
Billstedt. Die Billstedter sind kulturbegeistert. In Scharen strömen sie zum Kultur Palast Hamburg (KPH) im Öjendorfer Weg 30a. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Besucherzahl von 56.000 auf über 248.000 mehr als vervierfacht. Das Gebäude platzt bei derartigen Besucherzahlen aus allen Nähten. „Wir benötigen dringend den Erweiterungsbau“, sagt KPH-Intendatin Dörte Inselmann. „Und die Entscheidung dafür muss jetzt
kommen!“
Geplant ist das Bau- und Sanierungsprojekt schon lange. Die Pläne stammen aus dem Jahr 2006. Baubeginn soll 2014 sein. Doch jetzt gibt es Schwierigkeiten. Die geplanten Kosten sind um rund 30 Prozent gestiegen. Von zunächst veranschlagten knapp fünf Millionen Euro sind die Kosten aktuell auf 7.212.000 Euro gestiegen. Verursacht wurde der Anstieg durch die allgemeine Baukostensteigerung, durch Denkmalschutzauflagen und weiteren Mehrbedarf bei der Nutzfläche. Intendanz, Mitarbeiter und Nutzer vom Kultur Palast Hamburg hoffen jetzt auf die Hilfe von Politik, Wirtschaft und Sponsoren. Falls das Projekt scheitert, stehen mehrere großartige Projekte, die in den vergangenen Jahren in Billstedt aufgebaut wurden, vor dem Aus.

Theatersaal mit 400 Plätzen

Geplant ist neben der Sanierung alter Gebäudeteile ein Erweiterungsbau mit einer Nutzfläche von 2.200 Quadratmetern. Neu entstehen sollen unter anderem ein Veranstaltungs- und Theatersaal mit 400 Plätzen, zwei Tanzstudios, ein Tonstudio und Büros. Im Dachgeschoss soll eine Kindertagesstätte einziehen. Für die Umsetzung des Planes heißt es jetzt: So schnell wie möglich die zusätzlichen 2,2 Millionen Euro aufzutreiben. Da sind alle gefordert. Die Stadt Hamburg (die sich den Prestigebau Elbphilharmonie 860 Millionen Euro kosten lässt) sollte sich in keinem Fall lumpen lassen. Jeder Euro für die Kultur in Billstedt scheint gut angelegt: Etwa 70 Prozent der Besucher des Kultur Palastes Hamburg sind unter 25 Jahre alt. Niemand weiß, ob sie später die Gelegenheit und das Geld haben, ein Konzert in der Elbphilharmonie zu besuchen. Im Kultur Palast haben sie schon heute Konzerte, Theater- und Tanzveranstaltungen vor Ort, die sie sich leisten können. Deswegen sind auch die Wirtschaftsbetriebe im Osten Hamburgs und alle Billstedter Bürger aufgerufen, das Projekt zu unterstützen. Jede Spende zählt. Die Verantwortlichen im Kultur Palast Hamburg können auf großartige Erfolge verweisen, die sie in den letzten Jahren erzielt haben. Hervorzuheben die HipHop Academy. Über 550 Schüler werden in 35 Schulen und Jugendhäusern in dieser Tanzform unterrichtet. Über zehn Tänzer sind Profis geworden und können von ihrer Kunst leben. Die öffentlichen Auftritte der HipHop Academy werden jährlich von über 70 000 Zuschauern besucht. Der Standort Billstedt steht aber auf der Kippe, sollte der Erweiterungsbau nicht kommen.

Klangstrolche in Gefahr

In Gefahr ist dann auch das Musikprojekt „Klangstrolche“ , eine musikalische Frühförderung für Kinder im Alter von sechs Wochen bis zu sechs Jahren. Derzeit sind ca. 2040 Kinder in 60 Einrichtungen (Strolchereien) in der „Ausbildung“.
Ist das Geld für das Bau- und Sanierungsprojekt zusammen, soll sofort losgelegt werden. Die Verantwortlichen rechnen mit einer Bauzeit von rund einem Jahr.
In dieser Zeit läuft das Kulturprogramm weiter. Dafür soll ein Containerdorf auf dem Gelände vom KPH errichtet werden. Ein Jahr wird gedarbt – danach soll der Kultur Palast Hamburg in neuem Glanz eröffnet werden.
u Das Spendenkonto für den KPH bei der Bank für Sozialwirtschaft ist IBAN: DE 49 2512 0510 0009 4427 00 SWIFT:BIC BFSWDE33HAN. Dazu bitte das Stichwort angeben: Chancen schaffen - Nachwuchs fördern.
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 15.01.2014 | 22:40  
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