Lauschen in der Elsterphilharmonie

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Kater Willi erzählt aus seinem Leben Grafik: wb

An dieser Stelle schreibt jede Woche Kater Willi. Diesmal über satte Töne im Garten

Hamburg Ich spür’s genau. Es ist Frühling! Nein, nicht was Sie denken. Ich habe, nun ja, eingeschränkte Emotionen gegenüber der Damenwelt auf vier Pfoten. Die wahren Frühlingsgefühle beziehen sich bei mir, wie bei allen echten
Katern und Katzen, auf die gefiederten Freunde. Der Hit des Tages: Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, aaaaalllle… Welche ein Singen, Musizier’n. Pfeifen, Zwitschern, Tirilier’n… Das ist Musik in meinen zarten Öhrchen!
Das Gezwitscher morgens ist wirklich großartig. Sozusagen eine Symphonie, bei der mir glatt das Wasser im Mund zusammenläuft. Allerdings ist die Familie, die in meinem Haus wohnt, der Überzeugung, dass ich 1. genug zu essen bekomme (falsch!) und 2. nichts fressen soll, was fliegt. Motto: Meisen nicht verspeisen.
Für den – aus Sicht der Zweibeiner – nötigen Sicherheitsabstand zu Drossel, Fink und Star schlüpfe ich vor meiner Gartenrunde in eine kleine Jacke. Manche nennen es auch Leinengeschirr. Es stört mich nicht weiter, Hauptsache, ich kann zum Vogelbaum. Der
heißt so, weil es aus dem immer so herrlich rauspiept. Da setze ich mich dann davor und
lausche andächtig. Das ist meine Elsterphilharmonie! „Willi ist wieder vorm Vogelbaum festgewachsen“, stellt dann die Frau, die in meinem Haus wohnt, mit Blick auf den Lebensbaum, wie der auch genannt wird, lakonisch fest. Manchmal folgt das Orchester allerdings nicht dem guten Ton. Heißt: Die Meisen setzen sich auf den Apfelbaum und lachen mich aus. Ja, ehrlich: Die sitzen da oben zu fünft oder zu sechst und verzwitschern mich! Als ob sie wüssten, dass ich nicht so schnell oben bin wie sie wegfliegen können. Immerhin hängt jetzt am Gartenschuppen ein Vogelhäuschen. Das brütende Rein-Raus kann ich vom Wohnzimmerfenster aus verfolgen. Die Menschen hatten Hans Meiser, ich hab‘ ne Meise als TV-Ersatz. Vom 13. bis 16. Mai schlägt in Hamburg übrigens wieder die „Stunde der Gartenvögel“. Nur im übertragenen Sinn. Die Zweibeiner sollen die Zweiflügler zählen und dem Naturschutzbund melden. Sehr aufmerksam spechtet dann nach allem, was fliegt, Euer Willi.

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