Lebendige Nachbarschaft

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Student Simon Hennig, Sozialpädagogin Katrin Lademann, Judith Wippermann und Gundula Simon (v. l.) kochen gemeinsam Foto: Landeck

Kochaktion im Helma-Steinbach-Haus will Menschen verbinden

Billstedt/Horn „Kochen liegt mir eigentlich gar nicht“, sagt Gundula Simon. Die Erklärung, warum die 78-Jährige dennoch jeden Dienstag mit 13 anderen Menschen in einer Küche im Helma-Steinbach-Haus steht und Porreegemüse mit Fleischbällchen oder eingelegten Matjes auftischt, folgt auf dem Fuße: Im Rahmen des Projektes Lebendige Nachbarschaft (LeNa) knüpft die Rentnerin beim Kochen wertvolle, soziale Kontakte. Fester Bestandteil des Projektes ist die Aktion „Nachbarn kochen für Nachbarn“, bei der sich sowohl Bewohner der Saga/GWG-Wohnanlage in der Legienstraße 45, als auch interessierte Bewohner aus der ganzen Nachbarschaft zusammenfinden. Gemeinsam wird geschnippelt, gebrutzelt, geschlemmt und geklönt: „So habe ich auch meine Freundin kennengelernt.“

„Ich habe im Hamburger Wochenblatt von dem Projekt gelesen und bin jetzt zum zweiten Mal hier.“ Judith Wippermann

„Mittlerweile gehen wir außerdem jeden Freitag frühstücken, fahren zusammen einkaufen und haben uns sogar zum Kegeln angemeldet“, erzählt Gundula Simon mit einem Lächeln. Sozialpädagogin Katrin Lademann (53) vom Ambulanten Pflegedienst Medicur, der das Projekt in Kooperation mit der Saga/ GWG und dem Trägerverbund Hamburger Osten realisiert, erklärt: „Unser Ziel ist es, dass vor allem ältere Menschen jenseits der 60 Jahre nicht alleine und isoliert in ihren Wohnungen leben. Bei ,Nachbarn kochen für Nachbarn‘ finden sie ein Wir-Gefühl, jeder wird gemäß seiner Interessen und Talente eingebunden. Gundula Simon ist beispielsweise unsere Eindeckfee – und sie macht einen hervorragenden Kartoffelsalat.“
Für Simon Hennig ist das Projekt, das im September an den Start ging und in Kürze um eine Tauschbörse für Talente ergänzt werden soll, sogar so interessant, dass der 25-Jährige die Aktion als Thema für seine Bachelorarbeit im Studienfach Soziale Arbeit auserkoren hat. Um die Aktion künftig noch bekannter zu machen, rührt er kräftig die Werbetrommel: „Wir wünschen uns, dass noch mehr Leute dazukommen und zwar egal ob Mann oder Frau, egal welche Kultur und welche Altersklasse.“ Judith Wippermann (48) ist diesem Ruf gefolgt: „Ich habe im Hamburger Wochenblatt von dem Projekt gelesen und bin jetzt zum zweiten Mal hier. Und was soll ich sagen, ich bleibe dabei, denn diese Aktion ist einfach toll.“ (lan)

Info:
2014 wurde das Helma-Steinbach-Haus an der Legienstraße eröffnet. Aktive und bedürftige Menschen leben hier unter einem Dach. Für sie und die Menschen im Quartier Vierbergen ist es die Anlaufstelle. Im LeNA-Treff (Lebendige Nachbarschaft) im Helma-Steinbach-Haus finden regelmäßige Veranstaltungen statt: Dienstags und donnerstags: „Nachbarn kochen für Nachbarn“;
Mittwochs von 14.30-17.30 Uhr: Offene Spielegruppe; Donnerstag, 14 Uhr: Sprechstunde der Stadtteilpolizisten. Infos unter Telefon: 309 87 40 80
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