Lesung: Kindermord im Krankenhaus

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Neues Buch über die Taten am Rothenburgsorter Kinderkrankenhaus Foto: wb

Über die Taten von Ärztinnen der Rothenburgsorter Kinderklinik in der NS-Zeit

Rothenburgsort Die Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Thomas Hamburg-Rothenburgsort lädt ein zur Buchvorstellung von Andreas Babels Buch „Kindermord im Krankenhaus – Warum Mediziner während des Nationalsozialismus in Rothenburgsort behinderte Kinder töteten“. Der Autor wird Passagen daraus vorlesen.
Mit der Cellerin Dr. Helene Darges-Sonnemann nahm die Recherche nach den Verantwortlichen ihren Anfang. Als der Journalist und Buchautor Andreas Babel Ende des Jahres 2009 erfuhr, dass Darges-Sonnemann während der NS-Zeit an Morden im Hamburger Kinderkrankenhaus Rothenburgsort (KKR) beteiligt war, dort eigenhändig zwölf behinderte Kinder getötet hatte, stellte er sich die Aufgabe, die andere Seite dieser Medizinerin zu ergründen, die nach dem Krieg zur Chefärztin der Celler Kinderklinik aufgestiegen war. Er suchte auch nach den Lebensspuren der anderen Ärztinnen, die während der NS-Zeit hier gearbeitet hatten: Elf von ihnen wurden zu Mörderinnen, vier blieben offenbar schuldlos. Nach dem Krieg setzten alle Ärztinnen ihre Laufbahn fort, die meisten von ihnen in Hamburg. Viele Menschen erlebten sie als gute Medizinerinnen, die meisten wussten nicht, was sie während der NS-Zeit getan haben.
Das im Februar 2015 bei der Edition Falkenberg (Bremen) erschienene Buch „Kindermord im Krankenhaus“ soll zeigen, zu welchen Taten intelligente, gebildete Menschen fähig sind und wie die Nachfahren mit deren Lebensgeschichte umgehen.
Andreas Babel, Jahrgang 1966, seit 1995 Redakteur der Celleschen Zeitung, seit 2008 dort als Blattmacher tätig, forscht seit Ende 2009 über das medizinische Personal des Kinderkrankenhauses Rothenburgsort, das dort während der NS-Zeit gearbeitet hat. Der Vortrag dauert zirka eine Stunde, anschließend ist eine Diskussion geplant. (wb)

Mittwoch, 25. März um 19 Uhr in die St. Thomas Kirche, Vierländer Damm 1
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