„Magnet für moderne Industrie“

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Die Präsentation stieß auf viel Interesse Foto: Timm

Das riesige Industriegebiet Billbrook/Rothenburgsort soll neu belebt werden – Flächen sind knapp

Rothenburgsort/Billbrook Wenn es nach der Stadt Hamburg geht, soll sich das Industriegebiet Rothenburgsort/Billbrook wandeln und unter anderem ein Beispiel für Industrie 4.0“ werden. Am vorigen Dienstag wurden in Billbrook Eckpunkte eines entsprechenden Handlungskonzepts präsentiert. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) umriss in der gut gefüllten Halle eines Billbrooker Gabelstaplerherstellers die politischen Ziele. Hamburg wolle mit Augenmaß und Verantwortung wachsen; in Kürze würden zwei Millionen Menschen in der Hansestadt leben. Dafür müsse auch die wirtschaftliche Basis, also die Möglichkeit zu arbeiten, gestärkt werden. „Billbrook soll ein Magnet für moderne Industrie werden“, so der Senator, Wohnen und Arbeiten müssten integriert werden. Horch warb für ein Mindestmaß an Austausch und stellte klar: „Das vorhandene Planrecht bleibt uneingeschränkt erhalten“. Die Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF) und die IBA Hamburg (IBA), beides Tochterfirmen der Stadt, haben sich laut Horch gemeinsam mit Handels- und Handwerkskammer, mit dem Industrieverband, dem Billbrookkreis, zwei Unternehmen und einer Steuerungsgruppe mit dem Industriegebiet auseinandergesetzt. Die Beteiligung aus dem Gebiet selbst habe die „Erwartung bei weitem übertroffen“. Die in Billbrook präsentierte Bestandsaufnahme zeigt sehr deutlich, wo die Schwierigkeiten liegen. So gibt es nur einen begrenzten Pool an Flächen, die für Erweiterung oder Neuansiedlung zur Verfügung stehen, wie HWF-Chef Rolf Strittmatter erläuterte. Rund 44 Prozent der Unternehmen wollen laut IBA-Mitarbeiterin Anke Hansing ihre Flächen erweitern und können es nicht, weil kein Platz zur Verfügung steht. Neue Immobilien würden selten angeboten, auch ältere Gebäude erzielten gute Preise. Nötig sei, nachzuverdichten und „zu stapeln“, also verstärkt in die Höhe zu bauen. Nicht optimal gelöst ist die Anbindung durch den öffentlichen Nahverkehr: Die neun Buslinien durch das Quartier führen nicht wirklich brauchbar, maximal ein Viertel der Beschäftigten nutzten sie, deswegen stehen viele Autos an den Straßen. Auch die Haltestellen haben nur Mindestmaß. Problematisch ist auch die Infrastruktur: Die Straßenanbindung ist zwar gut, aber in schlechtem Zustand und von Osten her unzureichend gelöst, so HWF-Mitarbeiter Bernd Ringe, auch die Gleise sind teilweise in unguter Verfassung, ebenso unterhalb der Möglichkeiten ist die Breitbandanbindung. Seitdem HWF und IBA sich mit dem Gebiet beschäftigen, gab es einen Quartiersmanager, der intensive Kontakte geknüpft hat. Seine Arbeit, so die Empfehlung, solle verstetigt werden. Auch bei der Außenwahrnehmung gebe es eine Menge zu tun, hieß es. (fbt)
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