Mehr Bike and Ride – und Kritik

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So wie dieses Fahrradhaus in Wandsbek sehen die meisten der Bike + Ride-Stationen aus Foto: mt

Zunächst 3.500 neue Radabstellplätze bis Ende 2016 geplant. ADFC und Grüne: Pläne nicht zuende gedacht

Hamburg Zweieinhalb Wochen vor den Bürgerschaftswahlen in Hamburg wollte der Senat das Konzept für den Ausbau des Bike-and-Ride-Netzes vor.stellen. Dem Wochenblatt lagen die Pläne bereits vor. Demnach sollen bis 2025 rund 12.000 neue Fahrradabstellplätze in der Nähe von Schnellbahn-Haltestellen entstehen, 3.500 davon bis Ende 2016. An den Haltestellen der U-Bahnlinie 2 sollen noch in diesem Jahr zwischen Berliner Tor und Billstedt vier Haltestellen ausgebaut werden, die Station Merkenstraße folgt im kommenden Jahr.

3,7 Millionen Euro Kosten


Die P+R-Betriebsgesellschaft, die auch die Park-and-Ride-Parkplätze für Pkw unterhält, übernimmt den Betrieb der dann insgesamt 28.000 Fahrradflächen. Rund die Hälfte der Plätze soll überdacht werden, 6.400 Plätze können gemietet werden. Kostenpunkt für das neue Fahrrad-Konzept des SPD-Senats: 3,7 Millionen Euro.
Dirk Lau, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club e.V. (ADFC), begrüßte die Intention des SPD-Konzepts, befürchtet aber, die Pläne könnten nicht konsequent genug sein. „Fahrradboxen mit 15 bis 20 Stellplätzen sind an Verkehrsknotenpunkten wie Altona oder Barmbek völlig unzureichend. Parkhäuser mit mehreren hundert Abstellplätzen für Fahrräder müssen her, ähnlich wie in Bergedorf.“
Der ADFC stellt auch die Weitsicht des SPD-Konzepts in Frage. „2025 wird es ganz andere Anforderungen an die Stadt geben“, so sei schon heute abzusehen, dass immer mehr Hamburger auf Lastenfahrräder steigen. Diese seien aber zu lang für Fahrradboxen. Auch für die Hamburger Grünen sind die Pläne des Senats nicht zu Ende gedacht. „Der Bedarf für die 12.000 Plätz besteht schon heute. In zehn Jahren wird es immer noch zu wenig Fahrradplätze geben“, sagt der Bürgerschaftsabgeordneter Till Steffen.

Nicht überall gut genutzt


Bisher existieren 1.600 verschließbare Fahrradstellplätze in Hamburg, mit unterschiedlicher Auslastung. So gibt es an Knotenpunkten wie Barmbek, Altona oder der Schanze lange Wartelisten auf die vorhandenen Stellplätze. Am Wandsbeker Markt hingegen nutzt kaum ein Fahrradfahrer das Angebot der Stadt. Von 20 Abstellplätzen sind nur vier vermietet.

Ein Platz kostet acht Euro im Monat. Anfragen auf einen Stellplatz können nur bei der P+R-Gesellschaft unter 040/32 88-2553 gestellt werden.
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2 Kommentare
397
Rainer Stelling aus St. Georg | 29.01.2015 | 17:18  
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Rainer Stelling aus St. Georg | 29.01.2015 | 17:18  
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