Mehr Gewalt unter Häftlingen

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Blick auf das Gelände des Gefängnisses Billwerder aus der Luftperspektive. Links ist die Bundesautobahn 1 Foto: Google Earth

Billwerder: Zahl der Übergriffe hat sich auf 30 verdoppelt

Billwerder. Wo viele Menschen aufeinander treffen, gibt es auch immer mal Reibereien. Das so etwas aber in einem Gefängnis vorkommt, überrascht. Die Zahl von Übergriffen unter Häftlingen hat sich in Hamburgs größtem Gefängnis, der Justizvollzugsanstalt Billwerder, innerhalb von zwölf Monaten verdoppelt. Dies ergab nun eine Antwort des Senates auf eine Kleine Anfrage des Abgeordneten André Trepoll (CDU). Im vergangenen Jahr wurden demnach 30 registrierte „körperliche Auseinandersetzungen“ verzeichnet. Im Jahr 2011 waren es lediglich 14. Der Senat teilt ferner mit, dass es 37 besondere „Vorfälle“ (allerdings ohne Strafanzeigen) im Jahr 2012 in Billwerder gegeben hat. Im Jahr zuvor waren es gerade einmal neun gemeldet Fälle. Die Haftanstalt Billwerder belegt auch bei den Rauschgiftfunden den Platz Eins. Im vergangenen Jahr wurden dort 34 Mal Drogen entdeckt – selbst in der Haftanstalt „Santa Fu“ wurde nur ein Drittel gefunden (13 registrierte Fälle). „An den Zahlen wird deutlich, dass in Billwerder Handlungsbedarf besteht. Ich erwarte von der Justizsenatorin Schiedek daher eine zügige und vollständige Aufklärung, spätestens im kommenden Justizausschuss“, sagt André Trepoll, justizpolitscher Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Die Justizvollzugsanstalt Billwerder ist eine Anstalt des geschlossenen Vollzugs für erwachsene männliche Strafgefangene und Abschiebungshaftgefangene mit insgesamt 803 Haftplätzen. Zurzeit sind etwa 600 Personen inhaftiert. 369 Mitarbeiter sind in der JVA tätig: Lehrkräfte, Ärzte, Krankenpfleger, Zahnärzte, Diplompsychologen sowie Diplompädagogen.
Davon sind 295 Beamte des Allgemeinen Vollzugsdienstes (uniformierter Dienst) in Billwerder tätig. (mr)
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