"Mein Schiff 4": Kreuzfahrt kann auch Kunst

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Hingucker: die rosarote Brille von Marc Moser (Foto: Stammer)
 
Die Mein Schiff 4 in der HafenCity (Foto: Stammer)

Erstanlauf in Hamburg. Das Wochenblatt war an Bord

Erstmals hat die "Mein Schiff 4", der jüngste Neubau von TUI Cruises, am Freitag (22. Mai) Hamburg angelaufen. Der 293 Meter lange Ozeanriese ist baugleich und damit ähnlich der "Mein Schiff 3" und doch ganz anders, wie das Wochenblatt bei einem ersten Rundgang an Bord feststellen konnte. Kreuzfahrt kann Kunst!

Das Konzept ließ sich die Reederei rund drei Millionen Euro kosten. Grafiken, Installationen, Skulpturen: Insgesamt umfasst die Sammlung an Bord der "Mein Schiff 4" rund 6.000 Werke zeitgenössischer Kunst.

Kunst als Deko zwischen der Urlaubervollverpflegung, werden Kritiker die Nase rümpfen. Aber auch andersherum greift die Logik: So kommt Kunst zu Menschen, die sie vielleicht sonst nicht unbedingt gesucht hätten.

Manche Werke erschließen sich auf den ersten Blick, fallen buchstäblich ins Auge. So wie das neue Markenzeichen, der Hingucker auf Deck 15: die rosarote Sonnenbrille, die schon bei den ersten Testfahrten mit Reisebüromitarbeitern als Selfie-Motiv benutzt wurde. "Sea Pink" heißt das Werk von Bildhauer Marc Moser.

Wellen zum Drüber- und Dranvorbeilaufen sind die bunten "Waves"von Marius Martinussen. Pure Ästhetik ist "Trapeze Artist" von Nicola Bolla auf Deck 5, im sogenannten Diamant-Bereich. Wenn Licht durchs XXL-Panoramafenster die Swarowski-Kristalle zum Funkeln bringt, mag das den Sinn mancher Damen fürs Schmückende ansprechen.

Bodenständiges in Eiche rustikal gibt es auch. Allerdings in der wunderbar ironischen Art von Jonas Kötz. Der Künstler-Handwerker von der Elbinsel Krautsand hat insgesamt 13 Knubbelnasen-Figuren für die "Mein Schiff 4" gefertigt. Es sind "Menschen aufs Allernötigste reduziert", ein bisschen Passagiere wie du und ich. Apropos: Passagiere können per App oder mit freundlicher Begleitung einen Kunstrundgang an Bord machen.

Fürs Wohlfühlen ist an Bord gesorgt wie auf der "Mein Schiff 3". Es gibt 1.253 Kabinen, davon 90 Prozent Außen-, 82 Prozent Balkonkabinen. Einzigartig ist der 25-Meter-Pool, den es sonst nirgends auf einem Kreuzfahrtschiff gibt. Indoorpool für Schlechtwetter-Tage, elf Restaurants und Bistros, 13 Bars, ein Klanghaus und ein großes Theater für Veranstaltungen: die Wohlfühl-Atmosphäre von TUI Cruises ist kein Versprechen, schon beim Bordrundgang hat der Gast das Gefühl "oh, hier würde ich gerne bleiben..."

Dazu tagen vermutlich auch die beruhigende Bord-Farbe Blau und die norddeutschen Namen der Bereiche bei. Man trifft sich an der Waterkant-Bar und wohnt auf Deck Perle oder Koralle.

Getauft wird das neueste TUI-Cruises-Schiff am 5. Juni von Schwimmstar Franzi van Almsick in Kiel. Von dort wird die "Mein Schiff 4" vor allem die Baltikumroute bedienen. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) hätte die "Mein Schiff 4" gerne auch in Hamburg zur Tauffeier begrüßt. TUI-Cruises-Chefin Wybcke Meier machte ihm langfristig Hoffnung: Nummer 5 und 6 der Wohlfühlflotte sind geordert, 7 und 8 bereits in Planung. Und immerhin ist ja der Hauptsitz der Reederei am Anckelmannsplatz. Wobei das Buffet-Restaurant gleichen Namens eher zum Wohlfühlen einlädt als die Kreuzung, an der das erfolgreiche Urlaubsunternehmen in Hamburg seinen Hauptsitz hat. (sta)
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