Miete von Verstorbenem

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Knut Detlev Martin und Gabriele Wintgen gehen Unterlagen ihres Nachbarn und Freundes Gilbert Rene Lamaignere Viarnes durch. Foto: Röhe

SAGA buchte ab, obwohl Gilbert Lamaignere tot war

Von Matthias Röhe
Horn. Er war glücklich, lebte als Deutsch-Franzose jahrelang im Querkamp 7 in einem Hochhaus mit schöner Aussicht auf Hamburg: Gilbert Rene Lamaignere Viarnes. Dann erkrankte er, wurde in Wandsbek operiert. Im Alter von 73 Jahren verstarb Lamaignere Viarnes dort am 8. März, wurde auf dem Friedhof Öjendorf beerdigt.
Was fehlt waren Freunde, Bekannte, Verwandte. Die hatte der begeisterte Angler hier in Hamburg nicht. Sein Sohn Jean Claude und Nichte Claudine Jean leben in Frankreich. Einzig Nachbar Knut Detlev Martin und Lebensgefährtin Gabriele Wintgen unternahmen etwas mit ihm, trugen sogar als einzige die Urne zum Grab.
„Selbstverständlich, dass wir nun alles in die Hand nehmen“, sagt Knut Detlev Martin. „Seit seinem Tod gießen wir die Blumen, lüften die Wohnung.“ Die engagierten Nachbarn gaben der Rentenversicherung Bescheid, sorgten für die Sperrung der Bankkarte, kündigten den Strom- und Telekommunikationsvertrag, wollten auch den Mietvertrag der Wohnung von Gilbert Rene Lamaignere Viarnes kündigen lassen. „Wir haben wenige Tage nach dem Tod die SAGA/ GWG informiert. Getan hat sich nichts. Die volle Miete wird seitdem aber Monat für Monat vom Konto abgebucht“, moniert Knut Detlev Martin. „Dabei wäre es ein Leichtes gewesen, die Wertgegenstände einzulagern und den Rest zu räumen. „Das wäre für alle billiger gewesen“, ergänzt Martin. Am 17. Juli ein Schreiben vom Vermieter. „Bitte überlassen Sie dem Hauswar die sich in ihrem Besitz befindlichen Schlüssel.“ Das wollte Knut Detlev Martin auch – aber nur gegen Unterschrift. Kurzerhand wurde nun das Tür-Schloss ausgetauscht. Warum zog sich der Vorgang über vier Monate hin?
„Da im genannten Fall in Frankreich und Deutschland keine Erben gefunden werden konnten, gibt es keine Kündigung seitens SAGA/ GWG. Nach einer Legitimation durch das Nachlassgericht, dass keine Erben ausfindig gemacht werden konnten, wurde die Wohnung im Juli 2012 übernommen“, teilt Unternehmenssprecher Michael Ahrens mit.
„Da uns nicht bekannt ist, welche Personen noch über einen Schlüssel zur Wohnung verfügen, wäre der Zylinder schon allein aus Sicherheitsgründen in jedem Falle ausgewechselt worden“, ergänzt Ahrens. (mr)
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