Mieter kämpfen weiter um „Elisa“

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Marco Hahn vom Vorstand der vhw Foto: Röhe

vhw verschickt Verwertungskündigungen an Mieter des Wohnquartiers

Hamm. „Wir freuen uns, dass wir mit dem ganz großen Teil der Bewohner bereits eine Einigung über geeignete Ersatzwohnungen erzielen konnten. Mit etwa der Hälfte der 36 verbliebenen Mieter stehen wir in vielversprechenden Gesprächen“, sagt Marco Hahn, Vorstand der Vereinigte Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw). Die andere Hälfte aber wehrt sich nach wie vor gegen den Abriss der alten Backsteinbauten am Elisabethgehölz in Hamm. Die vhw will an die Stelle des als „elisa“ bekannten Backsteingebäude-ensembles moderne Neubauten errichten (wir berichteten).
„Diesen 19 Mietern mussten wir in der vergangenen Woche aus fristwahrenden Gründen sogenannte Verwertungskündigungen aussprechen“, sagt Marco Hahn und ergänzt: „Wir bedauern, dass dieser Schritt erforderlich war. Wir halten ihn aber für unumgänglich, um den Bewohnern, die auf eine schnelle Rückkehr in den Neubau warten, diese spätestens 2016 zu ermöglichen.“ Nach Angaben der vhw könnte eine Verzögerung des Abrisses und der anschließende Neubaubeginn zur Folge haben, dass die große Mehrheit der Mieter, mit denen schnell Vereinbarungen getroffen worden sind, länger auf die Rückkehr in den Ersatzneubau „Elisa II“ warten müssten.
Die Mieterinitiative „Rettet Elisa“, kritisiert diesen Schritt entschieden. Durch die Kündigungen werde weiter Druck aufgebaut, heißt es in einer Erklärung. Zudem sei der Vorstand der vhw der Forderung nach ernsthaften Gesprächen über die Sanierungsvariante, die von 30 Mietern Mitte Juni vorgestellt worden war, nicht nachgekommen. Stattdessen habe die vhw am 24. Juni sowie am 8. Juli, diesmal gemeinsam mit dem Mieterverein zu Hamburg, zwei Erklärungen zu einer Rahmenvereinbarung zwischen der vhw und dem Mieterverein verschickt. „Dadurch könnte der Eindruck entstehen, die vhw habe sich mit der Mieterinitiative `Rettet Elisa` auf einen Abriss geeinigt. Das ist nicht der Fall. Wir halten weiterhin an unserem Widerstand gegen den geplanten Abriss fest. Unser Kampf gegen den Ausverkauf von Hamburgs baukulturellem Erbe geht
weiter.“ (mr)
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