Milieuschutz für Elisa?

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60 Mietparteien (von 122 Wohneinheiten) wohnen noch im Gebäudekomplex Curtiusweg 1-3, Am Elisabethgehölz 3-7 und dem Chapeaurougeweg 16-20. Die Mieter wollen nicht weichen. Foto: Röhe

Hamm: Bewohner wehren sich gegen Teilabriss

Von Matthias Röhe
Hamm. „Wir halten es für einen Skandal, dass über 50 Prozent der Wohnungen leer stehen und das in einer Zeit, in der Studenten dringend eine Wohnung suchen“, sagt Simon Stülcken, Vorstand des Asta der Uni Hamburg. „Wir appellieren eindringlich, dass die Häuser erhalten bleiben und alle leerstehenden Wohnungen sofort vermietet werden“, ergänzt Stülcken.
Das Problem: Die Wohnungsbaugenossenschaft VHW, Vermieter der Wohnanlage mit insgesamt 122 Wohneinheiten am Elisabethgehölz, hält tendenziell an ihren Abrissplänen fest. Trotz fünf bislang einberufener Runder Tische, an dem Vertreter der Kommunalpolitik, der Mieterinitiative „Rettet-Elisa“, des Mietervereins zu Hamburg und dem VHW-Vorstand teilnahmen, kam es bislang zu einer Einigung. „Wir stehen immer noch da wie vor 14 Monaten, als wir die Initiative gegründet haben“, sagt Winfried Prehn von „Rettet Elisa“. Vier Varianten hat die VHW vor einigen Wochen (wir berichteten) vorgestellt:
Variante 1 wäre eine Instandsetzung der Gebäude inklusive Dämmung der Kellerdecke, des Dachs und den Einbau einer konventionellen zentralen Heizung mit Warmwasserversorgung. Variante 2 ergänzt die Variante 1 um eine Dämmung der hofseitigen Außenwände, den Austausch sämtlicher Fenster, den Einbau von Abluftanlagen sowie die Nutzung regenerativer Energien.
Variante 3 sieht zusätzlich zur Variante 2 einen Teilabriss der Häuser Chapeaurougeweg 18-20 und Curtiusweg 3-5 (44 Wohnungen) vor. Dort würde ein Neubau 40 Wohnungen und eine neue Tiefgarage entstehen lassen. Die vierte Variante wäre ein kompletter Ersatzneubau mit etwa 120 Wohnungen und einer Tiefgarage.
„Wir sind der VHW in vielen Punkten entgegen gekommen. Wirklich schade, dass immer Kosten im Vordergrund stehen, nicht die Menschen dahinter“, sagt Lars Langner, Sprecher von „Rettet Elisa“ und ergänzt: „So ein Verhalten ist nicht im Sinne einer genossenschaftlichen Philosophie.“ Die Initiative befürchtet, dass die VHW auf Zeit spielt und Druck auf die Mieter ausübt. „Es sind ja schon 62 von 122 Mietern ausgezogen“, sagt Winfried Prehn. „Es ist ein Unding, dass über 50 Prozent der Wohnungen leer stehen und Tag für Tag verfällt. Das hilft uns allen nicht“, so Prehn. Laut Mieterverein könne das Bezirksamt Hamburg-Mitte möglicherweise eine Milieuschutzverordnung erlassen. Damit könne ein Abriss des Gebäudekomplexes verhindert werden.
Die Wohnungsbaugenossenschaft VHW gibt noch keine Entscheidung preis: „Alle Varianten werden nach ihrer Wirtschaftlichkeit untersucht. Unsere endgültige Entscheidung geben wir an einem Runden Tisch im November bekannt“, sagt Marco Hahn, Vorstandssprecher VHW. (mr)
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