Moschee eröffnet 2014

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Die ehemalige evangelische Kapernaumkirche in Horn soll zu einer Moschee umgebaut werden Foto: Röhe

Al-Nour-Gemeinde: Umbau-Genehmigungen fehlen

Von Matthias Röhe
Horn. „Die Behörde brauchte von uns noch Unterlagen, die haben wir eingereicht. Nun warten wir auf die letzten Baugenehmigungen“, sagt Daniel Abdin, Vorsitzender der Al-Nour-Gemeinde und sozusagen neuer „Besitzer“ der Kapernaumkirche in Horn. Er plante eigentlich am 3. Oktober, dem Tag der offenen Moschee, eine große Einweihungsfeier mit den Horner Einwohnern zu feiern. Wegen der fehlenden letzten Baugenehmigungen wurde nichts draus.
Daniel Abdin räumt ein, er habe sich schlicht zu weit aus dem Fenster gelehnt bezüglich des Termins. Eine mündliche Zusage, dass der Verein bald mit dem Umbau beginnen kann, habe er. „Wir werden ganz sicher nächstes Jahr von St. Georg nach Horn ziehen“, sagt Daniel Abdin optimistisch. In diesen Wochen beteiligt sich unter anderem der Bauausschuss des Bezirks Mitte mit den Anträgen. Sobald die Genehmigungen vorliegen, wird nach Angaben Abdins mit den Baumaßnahmen begonnen. Etwa acht Monate werden diese dauern.
Bei einer Informationsveranstaltung im Rauhen Haus kündigte die islamische Gemeinschaft, deren Mitglieder seit 20 Jahren in einer Tiefgarage in St. Georg beten, an, das etwa 1,5 Millionen Euro Spendengelder in den Umbau des Innenraums investiert werden.
Kreuz wird verschenkt
„Wir möchten die Gebetsnische Richtung Mekka ausrichten. Zudem gibt es einen neuen Kellerraum für die Haustechnik und Lagerräume“, erläutert Daniel Abdin. Auch solle die Empore erneuert und eine Fußbodenheizung installiert werden. Auf der Spitze des markanten Glockenturms thront nach wie vor ein vergoldetes Kreuz. Auch das soll nach dem Willen der Al-Nour-Gemeinde ausgetauscht werden. Anwohner waren bei der Infoveranstaltung wegen des Kreuzes besorgt. Daniel Abdin antwortete mit einer Gegenfrage: “Wenn Sie ein Haus kaufen, würden Sie dann den Namen ihres Vorgängers auf dem Klingelschild stehen lassen oder Ihren eigenen daran schreiben”? Das Kreuz werde an eine christliche Kirchengemeinde verschickt, verspricht Abdin.
Genug Parkplätze?
Auch die Parkplatzsituation könnte bei den Nachbarn
zum Problem werden. „Wir rechnen damit, dass 15 bis 20 Menschen zum Beten kommen. Nur an unseren Freitagsgebeten werden etwa 200 Personen teilnehmen“, sagt Daniel Abdin und beruhigt: „Ich bin mir sicher, dass viele mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen.“ Dass mehrere Hundert Besucher aus St. Georg nach Horn kommen, bezweifelt er. Viele werden wohl auf Moscheen in der Innenstadt ausweichen. (mr)  

Die Kapernaumkirche in Horn ist in ihrer Architektur einzigartig und steht auf der Liste zu schützender Denkmäler der Stadt Hamburg. Glockenturm und Gebetsraum sind denkmalgeschützt. Sie wurde 1961 von Otto Kindt († 12. Juli 2006) entworfen. Seit etwa zehn Jahren ist sie leerstehend. Im vergangenen Jahr wurde sie von der Al-Nour-Gemeinde gekauft und soll demnächst zur Moschee umgebaut werden
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