Mümmelmannsberg hat Platz für Mauersegler

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Gerald Meißner ist im Stadtteil Mümmelmannsberg aktiv in Sachen Umweltschutz Foto: Grell

Vögel können auch nach der Sanierung im Mauerwerk nisten

Von Karen Grell
Mümmelmannsberg
Gerald Meißner ist im Stadtteil Mümmelmannsberg in Billstedt als Naturschützer bekannt. Im Viertel aufgewachsen, fühlt er sich auch heute noch mit dem Umfeld verbunden, obwohl er seit Jahren am Großensee im Kreis Stormarn wohnt. „Ich habe hier meine ganze Kindheit verbracht und möchte mich auch weiterhin um die Natur im Quartier kümmern.“ Im Kontrast zu den vielen Hochhausbauten, die teilweise saniert, zum größten Teil aber noch aus den alten Plattenbauten bestehen, liegen blühende Wiesen gleich im Park nebenan.
Mit Hochhausklötzen und ihren tristen Fassaden liegt Mümmelmannsberg aber auch noch zwischen der stark befahrenen Bundesstraße 5 Richtung Bergedorf und der A 1, auf der Tausende von Autos von Lübeck nach Bremen rasen. „Trotzdem gibt es jede Menge Grün im Umkreis“, betont Gerald Meißner. Er kümmert sich nicht nur um die Streuobstwiese (Wochenblatt berichtete), sondern auch um den Verbleib des Mauerseglers. In Kindertagen konnte er den Vogel in der Edvard-Munch-Straße beobachten. „Unter dem Dachvorsprung schwirrten die Mauersegler während der Brutzeit direkt über unsere Köpfe hinweg, wenn wir am Abend auf dem Balkon saßen“, erinnert der Naturinteressierte diese Zeit. Der akrobatische Flug der Vögel habe ihn immer sehr fasziniert. Meißner trieb die Frage um, ob bei der Sanierung der Fassaden vor ein paar Jahren an den Mauersegler gedacht worden war. Er fragte bei der Genossenschaft Bergedorf Bille nach und erfuhr, dass man dort seine gefiederten Freunde nicht vergessen hatte. „Die Gebäude wurden vor der Sanierung von einem Vogelgutachter beobachtet und Vorkommen von seltenen Arten festgestellt“, erklärt Peter Walek von der Baugenossenschaft in seinem Antwortschreiben. In diesem Fall trete dann das Artenschutzgesetz in Kraft und die Brut- und Zufluchtsmöglichkeiten wurden somit gleich in das neue Sanierungskonzept mit integriert. „Von außen sehe man die schmalen Einflugschlitze allerdings nur sehr schwer“, erklärt Rolf Below, ein Mitarbeiter der Baugenossenschaft. Die Überprüfung der Gebäude, für die Sanierungs-Planungen vorliegen, sei bei der Genossenschaft aber selbstverständlich. Gerald Meißner ist von dieser Antwort begeistert. „Wenn es hier Handlungsbedarf in Sachen Brutmöglichkeiten gegeben hätte, dann wäre ich sofort aktiv geworden“, so der engagierte Naturschützer. Als nächstes will er sich um die Libellen und Fledermäuse im Bereich der Autobahn kümmern. Die gebänderte Prachtlibelle käme nur hier in der Gegend vor und da will Gerald Meißner beobachten, ob es Veränderungen im Bestand gibt. Als Naturschützer und ehemaliger Mümmelmannsberger ist er im Quartier unterwegs, beobachtet, sammelt Spenden für Maßnahmen und informiert auch die Anwohner im Gespräch. „Der Stadtteil mit seinen Hochhäusern und der wunderbaren Natur drum herum liegt mit einfach am Herzen“.
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1 Kommentar
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Mazzel Toff aus Billstedt | 09.03.2016 | 12:18  
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