Naturschützer aus Liebe zum Quartier

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Olaf Dreyer (auf dem Baum) und Gerald Meißner beim Baumschnitt Foto: Grell

Ehemaliger Mümmelmannsberger pflegt Streuobstwiese

Von Karen Grell
Mümmelmannsberg
Gerald Meißner ist in den Hochhäusern im Stadtteil Mümmelmannsberg aufgewachsen und obwohl er seit vielen Jahren am Großensee im Kreis Stormarn wohnt, fühlt er sich noch immer mit dem Ort seiner Kindheit verbunden. „Wir hatten hier eine schöne Zeit, umgeben von vielen Grünflächen und Spielmöglichkeiten.“ Deshalb hat es sich der Naturfreund zur Aufgabe gemacht, im Alleingang die Flächen rund um die Betonklötze aus den 70er Jahren zu erhalten und durch verschiedene Maßnahmen auch noch zu verbessern.
In der vergangenen Woche war nun der Obstbaumschnitt an der Reihe. Mit Fachmann Olaf Dreyer an der Seite konnten die zehn Bäume den richtigen Schnitt bekommen. „Dank einer großzügigen Spende einer Anwohnerin ist diese Aktion jetzt nach fünf Jahren wieder möglich geworden“, freut sich Meißner.

Alte Sorten neu gepflanzt


Im Jahr 1999 wurden die zehn alten Apfelsorten wie Kaiser Wilhelm, Graue Hühnerbirne oder Stina Lohmann gepflanzt. Heute ist die feuchte Streuobstwiese zum Teil des Parks geworden, der gleich hinter dem Sportlerheim des Stadtteils beginnt. „Die meisten wissen gar nicht, wie viel Grün es hier in Mümmelmannsberg gibt“, wundert sich Gerald Meißner. Es werde immer nur von der riesigen Siedlung gesprochen, deren Ruf nicht immer der beste in Hamburg war. Zu Unrecht meint Meißner, denn am Stadtrand gelegen, gäbe es hier viel in der Natur zu erleben und auch die Menschen hier seien engagiert. Von seinen alten Freunden aus dem Stadtteil lebt allerdings niemand mehr in diesem Quartier und deshalb konnte Meißner bisher auch keine weiteren Helfer motivieren, bei seiner Naturschutzinitiative mitzumachen. Bis zur energetischen Sanierung der Hausfassaden hätte es sogar noch jede Menge Mauersegler am Mümmelmannsberg gegeben, erinnert Gerald Meißner.

Mauersegler wieder ansiedeln


Die fehlenden Spalten in den Fassaden seien nun leider Schuld, dass der Mauersegler sich neue Brutstätten gesucht hat. Gerald Meißner will auch in dieser Angelegenheit aktiv werden und hat schon bei der Baugenossenschaft angefragt, ob nicht Brutkästen an den Häusern aufgehängt werden könnten. Eine weitere Herzensangelegenheit, denn: „Ein Stück weit bleibe ich immer ein Mümmelmannsberger.“
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1 Kommentar
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Mazzel Toff aus Billstedt | 02.03.2016 | 09:20  
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