Neubau sorgt für Aufregung

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Bewohner der Legienstraße, sind verärgert. Sie wohnen zum Teil schon Jahrzehnte im Haus neben dem geplanten Neubau. Foto: mt

Informationspolitik der SAGA/GWG verärgert Anwohner

Von Marco Thielcke
Billstedt. Presslufthammer, Bagger, Bauarbeiten – die Anwohner der Legienstraße 45 kommen nicht zu Ruhe. Nachdem im Februar unangekündigt die eingeschossige Ladenzeile und der anschließende alte Luftschutzbunker abgerissen wurden, war die Frustration bei den Anwohnern groß. Nun trafen sich Vermieter und Mieter zu einer Begehung direkt vor Ort. Aufklärung war das Ziel. Doch was war geschehen?
Man kann sich gut vorstellen, dass der Abriss eines Luftschutzbunkers viel Lärm macht. Doch auf eine Ankündigung der Arbeiten im Januar konnten die Bewohner lange warten. Mit den Gebäuden war der Ärger verschwunden - könnte man meinen. Auf Umwegen erfuhren die langjährigen Bewohner der Legienstraße, dass ein Neubau geplant ist. In unmittelbarer Nähe will die SAGA/GWG ein Seniorenwohnheim mit 5 Stockwerken bauen. „Die Ausschreibungen laufen bereits. 2014 soll der Bau dann stehen“, klärt Stefan Henze, Geschäftsstellenleiter der SAGA/GWG die Anwohner auf. Während die Mieter die Initiative ergreifen und von dem städtischen Wohnungsunternehmen Aufklärung fordern, verstreicht viel Zeit. Im April setzt man sich schließlich zusammen und redet erstmals. Eine Vertreterin der SAGA/GWG versucht die Sorgen der Bewohner zu lindern, kann jedoch wenig Auskunft geben. Während Mieter die Informationspolitik vor den Abrissarbeiten beklagen, spricht die Vertreterin der Wohnungsgesellschaft von Lärmprotokollen. Hier entsteht der Eindruck, dass die Beteiligten aneinander vorbei geredet haben. Cornelia Brandt, stellvertretende Geschäftsstellenleiterin der SAGA/Gwg bedauert die Versäumnisse und kündigt eine zeitnahe Begehung des Geländes mit allen Beteiligten und Experten an. Wieder geht Zeit ins Land.
Von Seiten des Wohnungsunternehmens hören die verunsicherten Anwohner zwei Monate nicht viel. Schließlich findet der Termin doch statt. Mit dabei und gut vorbereitet der Geschäftsstellenleiter Henze. Beim zweiten Treffen findet erstmals ein wirklicher Dialog statt. Dennis Thom (41) rollt Bandmaße aus und veranschaulicht seinen Nachbarn und seinem Vermieter, wie nahe der Neubau an ihr Haus und ihre Vorgärten heranreicht. Henze versteht die Anwohner, die um ihre zukünftige Wohnqualität fürchten, macht jedoch auch deutlich das die Saga/Gwg als städtisches Wohnungsunternehmen im Rahmen der aktuellen Baupolitik in der Verantwortung stehe. 1000 Wohnungen sollen jährlich gebaut werden, da scheint eine engere Bebauung unumgänglich. Das verstehen auch die Bewohner der Legienstraße. „Wir haben nichts dagegen, dass hier gebaut wird. Doch muss es wirklich so nahe sein?“, fragt Thom. Er hätte sich von Anfang an einen Dialog gewünscht.
Auch wenn es keine Alternativen gibt, wären die Mieter wenigstens angehört worden. (mt)
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1 Kommentar
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Erich Heeder aus Billstedt | 04.07.2012 | 15:06  
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