Neue Quartiere am Öjendorfer See

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Östlich und westlich des Öjendorfer Sees sollen ab 2016 zwei neue Wohnquartiere entstehen – für Flüchtlinge und Hamburger Familien Grafik: Bezirksamt Hamburg-Mitte
 
Östlich und westlich des Öjendorfer Sees sollen ab 2016 zwei neue Wohnquartiere entstehen – für Flüchtlinge und Hamburger Familien

Planungen für „ambitioniertes“ Bauprojekt für Flüchtlingsfamilien beginnen. Bürger werden am Prozess beteiligt

Von Annette Luckey
Billstedt
Es ist eines der anspruchsvollsten Projekte – die Quartiersentwicklung beiderseits des Öjendorfer Sees. 3000 bis 4000 Menschen sollen an den Standorten Haferblöcken und am Haßloredder Ende 2016 ein neues Zuhause erhalten – und integriert werden. Und das in einem Stadtteil, in dem bereits eine große Anzahl ausländische Mitbürger leben. Damit dies gelingt, setzt der Bezirk Mitte – anders als beim Modell Willkommensstadt mit 800 Wohnungen an einen Standort – auf Durchmischung. Hier sollen nicht nur Flüchtlingsfamilien wohnen, sondern der Zuzug von anderen Haushalten und Wohnformen in die beiden Quartiere von vornherein gezielt mit den Bürgern geplant werden: in einem besonderen Werkstattverfahren, das Fachkompetenzen der Hamburger Behörden einbezieht, in dem die Billstedter Bürger intensiv mitreden können und auch die Flüchtlinge selbst miteinbezogen werden. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Michael Mathe, Leiter des Amtes Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, stellte das Konzept und die Termine im jüngsten Stadtplanungsausschuss vor.

Vier Planerteams


Seit Anfang Dezember werden Interviewgespräche mit Bürgern und Initiativen geführt. Es werden vier Planerteams gebildet. „Wir werden nicht wie sonst fünf Stadtplanungs-Büros beauftragen, sondern nur ein externes. Im Ausland hat man nämlich schon viele Erfahrungen mit der Entwicklung von durchmischten Quartieren gesammelt.“ In den anderen Teams werden alle relevanten Fachleute aus den Hamburger Behörden zusammenarbeiten: Verkehrsplaner aus der Wirtschaftsbehörde, Grün- und Freiraumplaner aus der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Das vierte Team, das die Werkstatt federführend gestaltet, besteht aus Fachleuten des Bezirks Hamburg-Mitte. Mit drei Themenschwerpunkten befassen sich die Planerteams, denen die Bürger und Initiativen in drei Workshops über die Schulter schauen und Ideen einbringen können: Erstens „Städtebau, Architektur, Wohnen“ (16. Januar). Zweitens „Grünanlagen, Freiräume, Infrastruktur“ (18. Januar). Drittens „Wie kann die Integration gelingen?“ (20. Januar).
Für die Teilnahme an den Workshops können sich interessierte Bürger und Initiativenvertreter ab 21. Dezember mit der Angabe des Arbeitsschwerpunktes unter der Adresse werkstattverfahren.oejendorf@hamburg-mitte.hamburg.de anmelden. Mathe: „In diesen Workshops sollen die Themen intensiv diskutiert werden. Die Teilnehmerzahl ist daher auf jeweils 25 Personen begrenzt.“ Ein gesonderter Workshop mit Flüchtlingen (18. Januar) soll den Fokus auf deren Perspektive setzen: Wie stellen diese sich ein gelungenes Miteinander vor? Um möglichst viele Billstedter Bürger zu erreichen, gibt es immer wieder gesonderte Möglichkeiten, sich zu informieren und zu Wort zu melden: Drei Info-Stände im Zentrum Bill-stedts, im Center oder auf dem Markt sind geplant. Dort stehen Ansprechpartner Rede und Antwort, halten Pläne bereit und nehmen Anregungen auf (15., 19., 22. Januar).
Eine Messe der Planungswerkstatt für die Allgemeinheit ist in der Aula der Ganztagsstadtteilschule Mümmelmannsberg geplant (22. Januar). Dort werden die vier Planerteams den Diskussionsstand vorstellen, sind Ansprechpartner für Anliegen und Ideen. Hier können sich Bürgerinnen und Bürger ohne Anmeldung einfinden.

Zwischenpräsentation


Bevor das Auswahlgremium aus Fachleuten und Politikern am 28. Januar die Ergebnisse präsentiert, gibt es zwei Zwischenpräsentationen (21. und 25. Januar). Der genaue Ablauf und das Verfahren wird den Billstedtern am 14. Januar ab
18.30 Uhr im Kurt-Körber-Gymnasium, Pergamentweg 1, vorgestellt. Experten von
außerhalb werden über ähnliche Vorhaben und dortige Erfahrungen berichten. Und schließlich haben die Billstedter Gelegenheit, in kleinen Gruppenzu verschiedenen Themen mit unterschiedlichen Experten zu diskutieren. Beginn ist um 18.30 Uhr. Wer an den Workshops und den öffentlichen Terminen nicht direkt mitwirken oder dabei sein kann, hat die Möglichkeit, Planungsunterlagen und Zwischenergebnisse auf der Website www.billstedt-horn.hamburg.de. im Internet einzusehen und den Prozess trotzdem zu verfolgen.

Ambitioniertes Projekt


Michael Mathe: „Dies ist ein ambitioniertes Projekt. In einer Testplanung haben wir für den Standort Haferblöcken schon gezeigt, wie ein durchmischtes Quartier mit 550 Wohneinheiten aussehen könnte. Dabei haben wir besonders darauf geachtet, dass die besondere Qualität des Standortes, die Blickachsen zum See,
die Knicks erhalten bleiben.“ Ein Gelingen setze voraus, dass alle gemeinsam daran mitwirken, Fachleute, Politiker und Bürger.

Weitere Infos: www.billstedt-horn.hamburg.de
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1 Kommentar
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Elke Noack aus Rahlstedt | 03.02.2016 | 17:30  
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