Neuer Mode-Riese in Sicht

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Weg mit Karstadt, her mit Primark: Der Wochenblatt-Grafiker hat die mögliche Veränderung an der Fassade des Billstedt Centers bereits vorempfunden Montage: Baumann

Bericht: „Primark“ ab 2016 auf der Karstadt-Fläche im Billstedt-Center

Von Silvia Stammer
Billsted
t Nach der angekündigten Schließung von Karstadt in Billstedt (das Wochenblatt berichtete) konkretisieren sich Pläne, dass der irische Modediscounter „Primark“ einen Großteil der Flächen übernehmen will. Eine Vertragsunterzeichnung stehe kurz bevor, berichtete jetzt die „Immobilienzeitung“.

Karstadt geht im Juni


Ende Juni 2015 wird Karstadt nach 40 Jahren seinen Standort am Billstedt Center aufgeben. Die Nachricht hatte im Oktober für Aufregung und Empörung gesorgt. Allerdings räumten viele Stadtteilbewohner bei Umfragen ein, dass sie selbst nur selten dort eingekauft hätten. Auch Bezirksamtsleiter Andy Grote kam zu dem Schluss, dass es „eine besondere Affinität zu diesem Karstadt nicht gegeben hat. Jedenfalls nicht so, dass man da gerne hingegangen ist. Insofern ist das mit,unserem Karstadt’ so eine Sache“, sagte der SPD-Politiker in einem Radiobeitrag.
Durch einen neuen sogenannten Ankermieter – voraussichtlich eben „Primark“ – könnte sich die Situation in Billstedt sowohl beim Angebot als auch bei den Arbeitsplätzen verbessern. Beobachter gehen davon aus, dass bei Karstadt am Ende etwa 40 Festangestellte beschäftigt waren, die neue Modekette deutlich mehr Personal benötigt.
Bezirksamtsleiter Andy Grote rechnet mit „einer aufwändigen Revitalisierung“ des Standortes in Billstedt. Auch für die kleineren Flächen, die vom internationalen Einkaufscenter-Konzern ECE mit Sitz in Poppenbüttel gemanagt werden, gibt es offenbar bereits Interessenten.
Das Noch-Karstadt-Gebäude gehört der irischen Firma Signature Capital. Irisch-britisch ist auch Textildiscounter „Primark“, der in Billstedt auf 5.000 Quadratmetern einziehen könnte. Nach einem Umbau ab Sommer wäre laut Immobilienzeitung frühestens 2016 Eröffnung. Eine offizielle Bestätigung von „Primark“ war bis Redaktionsschluss nicht zu bekommen. Kundinnen wie die 24-Jährige Merle aus Wandsbek freuen sich jedenfalls schon auf „Primark“: „Bisher bin ich zum Shoppen nach Hannover gefahren. Ein Kleid für elf Euro, eine Strumpfhose für vier Euro – das lohnt sich!“
Allerdings stand der Textildiscounter wegen seiner Produktionsbedingungen auch in der Kritik. Wie andere Firmen ließ er in Rana Plaza in Bangladesch in einer Fabrik Kleidung nähen, die 2013 einstürzte und über 1.000 Menschen den Tod brachte. „Primark“ hat den Hinterbliebenen nach eigenen Angaben auf der Firmen-Website über zwölf Millionen Dollar gezahlt und unterstützt Initiativen für eine Verbesserung der Textilproduktion.
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